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many-to-many - How cellphones, Twitter, Facebook can make historyBy Cornelius Scholz
In einem neuen TED talk beschreibt Clay Shirky, seines Zeichens Internet Experte, die Stärken des Internets und die Ursachen dessen Erfolgs.
Die ersten vier großen Schritte der Kommunikation waren der Buchdruck, dann das Telefon, dann die Möglichkeit Ton und Bilder aufzuzeichnen und diese letztendlich auch an die Massen zu verteilen (TV und Radio). All diese Quantensprünge haben gemeinsam, dass sie entweder one-to-one oder one-to-many sind. Es kann somit als Unzulänglichkeit gesehen werden, dass die Medien die Konversation ermöglichten keine Gruppenkommunikation ermöglicht haben und diejenigen die geeignet waren Gruppen zu erreichen keine Kommunikation ermöglicht haben. Das Internet ist das erste Medium das many-to-many Kommunikation ermöglicht, also Gruppenkommunikation wenn man so will. Die soziale Komponente und deren Geschwindigkeit schlägt wie ein Blitz in die bestehende Medienlandschaft ein und entwickelt sich so rasend, dass die Nachrichten schon längst in Twitter veraltet sind bis BBC Wind davon bekommt. Der soziale Faktor ist nach wie vor der treibende Entwicklungstrend, der das Internet unabdingbar macht. Wie kann und sollte das Internet genutzt werden? ... >> Clay Shirky: How cellphones, Twitter, Facebook can make history
Geschrieben am Mittwoch, 17. Juni 2009
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Tags für diesen Artikel: kommunikation, mass media, printmedien, social web, sozial-medien, two way communication, zukunft
ISO-Standard für Corporate GovernanceBy Cornelius Scholz
Die ISO hat den neuen Standard ISO/EIC 38500 verabschiedet. Der Standard richtet sich an Organisationen jeglicher Größe und bietet sechs Richtlinien für die Corporate Governance, wie die IT idealerweise organisiert ist. Behandelte Themen sind Verantwortlichkeit, Strategie, Akquisition, Performanz, Konformität und menschliches Verhalten.
Ob die neue Richtlinie auch etwas zum Thema Web 2.0 im Unternehmen beisteuert ist mir leider nicht bekannt.
Geschrieben am Mittwoch, 2. Juli 2008
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Die Hochzeit der Suchmaschinen & Social BookmarkerBy Cornelius Scholz![]() Nachdem wir vor einiger Zeit berichteten, wie mächtig die User von Social Networks inzwischen sind und welchen Druck sie auf die Betreiber ausrichten können, verschiebt sich das Kräfteverhältnis weiter in Richtung der User. Früher hatten Großunternehmen wie Google alleinig die Macht Traffic auf eine bestimmte Seite zu locken oder auch nicht. Ein TopRanking - weiß Gott, wie genau Google dies errechnet - ist Gold wert - natürlich auch heute noch. Seit dem Beginn des Web 2.0 Zeitalters entwickelt sich jedoch eine ganz neue Großmacht in Sachen Traffic-Erzeugung im Web: Die User selbst. Natürlich ist damit nicht gemein, dass sie auf eine bestimmte Seite surfen und daher die Macht haben - das natürlich auch, aber das ist nicht gemeint. In Zeiten von Social Bookmarking Tools kann ein einzelner User eine Seite bookmarken und damit eine große Welle ins rollen bringen. Ein User diggt, oder zu deutsch yiggt, eine Seite, drei sehen die Seite, diggen diese auch, die Seite wird von mehr besucht (Stichwort Schneeballprinzip), landet in den Top-Rankings und bekommt promt mal eben bis zu 50.000 Besucher innerhalb 24 h - der “Digg Effect”. Dabei bleibt es jedoch nicht, denn viele Besucher erzeugen auch viele Kommentare oder Trackbacks und damit hohe Popularität in Suchmaschinen (denn auf meine Seite verweisende Seiten = gut für mich). Zu bemerken ist allerdings, dass Google zumindest gegen diesen Zweitrundeneffekt etwas unternehmen will, eigentlich unverständlich, denn wenn schon Menschen den Inhalt für gut befinden, warum dann benachteiligen? Die Macht der Bookmarking-Tools dürfte der der Suchmaschinen trotzdem in keinster Weise nachstehen. Zu beachten ist jedoch ein immenser Vorteil der Bookmarker: Viele tausend User haben den Feed der Top-Bookmarks abonniert und bekommen die aktuell populären Seiten frei haus geliefert und diese daher wiederum eine Potenzierung der Besucher. Für Suchmaschinen gibt es soetwas bisher kaum. Dafür werden Suchmaschinen häufiger genutzt um konkret nach Stichwörtern zu suchen, während die Bookmarking-Feeds weit streuen und alles liefern was populär ist (es sei denn der Feed ist stark themenspezifisch - in dem Fall beschert er aber auch nicht so viele Besucher). Muhammad Saleem von Read/Write Web (ich gebe es zu, einer meiner Lieblingsblogs) propagiert daher eine viel stärkere und tiefere Implementierung von Suchfunktionalitäten in diesen Seiten - eine Social Search Function. Die Idee könnte zweierlei Ausprägungen haben. Zum einen könnten die Social Bookmarker eine stark integrierte Suche implementieren, die den Kontext der Seiten erfasst und auch Kommentare berücksichtigt. Dies könnte schon in Richtung semantisches Web gehen, da je mehr Leute kommentieren und besser taggen, desto genauer kann der Kontext ermittelt werden. Allerdings scheint es relativ unwahrscheinlich, dass Social-Bookmarking Seiten traditionelle Suchmaschinen ersetzen. Vor allem aus dem simplen Grund, dass die Bots der Suchmaschinen initiativ nach Inhalten suchen während ein User eine wenig populäre Seite erstmal finden muss - im Zweifelsfall per Suchmaschine. Daher entsteht eine Abhängigkeit der Social Bookmarker (wie aller Surfer) von Suchmaschinen. Die Social Bookmarking Seite kann also nicht per se als Suchmaschine verstanden werden. Die zweite Möglichkeit ist es die Social Bookmarker in die Suchmaschinen zu integrieren. Dadurch entsteht ein Effekt, den Searchengineland als den “StumbleUpon Effect” bezeichnet. Mit installierter StumbleUpon Toolbar werden die Suchergebnisse von Google mit Informationen von StumbleUpon ergänzt, prominente Platzierungen und Wertungen werden direkt hinter dem Suchergebnis angezeigt und im Zweifelsfalle richtet man die Entscheidung welche der Top 3 Treffer man besucht nach den StumbleUpon Sternchen dahinter. Menschen können die Qualität halt doch besser beurteilen als Bots. Ein extrem wichtiger Aspekt dieses Effektes ist, dass die Besucherzahlen nur langsam abnehmen, da die Wertung von StumbleUpon neben den Suchergebnisse gezeit wird und nicht nur einmal für ein paar Stunden auf der Frontpage von Digg zu finden ist. Wie sieht also die Zukunft aus? ![]() Meiner bescheidenen Meinung nach sind die Suchmaschinen unabdingbar, denn sie liefern den ersten Schwung bewertbarer Inhalte. Keine Suchmaschine - nichts zu bewerten. Die ausgegeben Seiten können dann von Usern bewertet werden, denn das inhaltliche Verständnis eines Menschen kann einfach bei weitem nicht ersetzt werden durch eine Maschine, auch wenn an der semantischen Front hart gekämpft wird. Zudem heißt Inhalte verstehen nicht auch zugleich Qualität erfassen. Die Suchmaschinen wiederum sollten in ihren Rankings dann auch die qualitative Bewertung der Bookmarker berücksichtigen - und das nicht um zwei Wochen verzögert durch “Zweitrunden-meine-Seite-wird-verlinkt-Effekte”. Dadurch besteht für die User die Möglichkeit, gezielt nach Schlagwörtern zu suchen und sich von vornherein ein Bild zu machen von der Qualität - unabdingbar in Zeiten des Information Overflows. Zudem können getaggte und kommentieret Inhalte dazu beitragen, dass das Web womöglich semantisch erfasst wird und eine “Natural Search Functionality” bietet. Die Zukunft heißt also Integration bzw. Mashup!
Geschrieben am Mittwoch, 2. Juli 2008
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Tags für diesen Artikel: kontextsensitiv, semantic web, sematisches web, social web, sozial-medien, ugc, user generated content, usermacht, weisheit der massen, zukunft
Synthetische Welten: Ein neues Phänomen im Web 2.0By Cornelius Scholz
"Synthetische Welten: Ein neues Phänomen im Web 2.0", so lautet der Titel eines umfangreichen Artikels von Rolf Amann und Dirk Martens von House of Research GmbH in Media Perspektiven 5/2008. Auf 16 Seiten handelt der Artikel viele interessante Aspekte dieses (in „Internet-Entwicklungs-Zeit“ gemessen) inzwischen eigentlich nicht mehr ganz so neuen Phänomens ab. Dieser Artikel soll den Inhalt der Arbeit zusammengefasst wiedergeben.
Nutzung Obwohl Second Life als ein Vertreter der Gattung MMORPGs bereits im Jahr 2003 online war, begann der Hype um die zweite Welt erst so richtig im Januar 2007. In dem Zeitraum Januar 2006 bis Januar 2007 verzeichnete die Welt ein rapides Bevölkerungswachstum von damals 125.000 Einwohner auf über 3,1 Mio. Einwohner. Das Interesse blieb bzw. stieg und allein im Mai 2007 verzeichnete LindenLabs ein Wachstum um weitere 7 Mio Einwohner, die sich inzwischen auf etwa 1300 virtuellen km² tummeln, unterhalten und Geschäfte treiben. Zu bemerken bleibt jedoch, dass bei weitem nicht jeder registrierte Nutzer ein aktiver ist. Angelockt von den scheinbar enormen Zuwächsen und neuen Möglichkeiten versuchten viele Firmen eine virtuelle Dependance zu gründen und Umsätze zu generieren oder zumindest Marketing zu betreiben. All diese Bemühungen trafen jedoch auf die etwas ernüchternde Statistik, dass in etwa nur 5% der Nutzer wirklich aktiv sind „active user“. Die Zahl der deutschen active users belief sich dabei nach Angaben der Betreiber im April 2008 auf etwa 42.000, die im Schnitt 70 Stunden in dieser Zeit online verbrachten. Vermutlich von diesen Zahlen inspiriert und vielleicht darauf bedacht ein paar Dinge besser zu machen schaffte Secon Life es jedoch als Vorreiter einer möglicherweise neuen Welle von 3D-Welten zu fungieren. Sowohl Google als auch Microsoft, Metaversum und Sony arbeiten alle an eigenen 3D-Welten, die neue Features bieten und etwas andere Ansätze. Alle rechnen damit, dass SL nur der erste Hype war und Virtuelle Welten die neue Form der Interaktion via Internet werden könnte. Haben diese Welten aber wirklich eine Chance akzeptiert zu werden? Um dies herauszufinden führte House of Research im Zeitraum vom 01.06.2007 bis 31.12.2007 eine Studie durch – teils per Telefoninterviews, teils via Onlinefragebögen. Wie die Forscher feststellen mussten gaben die Teilnehmer meist sehr offen Auskunft über sich selbst und ihr verhalten. Anfangs, so schien es, nutzten viele die Anonymität der virtuellen Welt, gaben diese aber nachdem sie vertrauen gefasst hatten schnell auf. Schon die demographischen Ergebnisse sind sehr interessant und lesenswert Zwar ist der Zugang zu SL erst ab 18 erlaubt, was die Zahl etwas nach oben verzerrt, aber ein Altersdurchschnitt von 36 Jahren unter den Umfrageteilnehmern zeigt, dass diese neuen Welten nicht nur von jugendlichen bewohnt werden, die das Bewegen in 3D-Welten bereits von Spielen her kennen, sondern sogar die Generation 50+ noch sehr stark vertreten ist. Eine weitere überraschende Zahl ist der Frauenanteil von 42%, der in der Domäne der Computerspiele nicht erreicht wird. Zudem sind Großstädter überdurchschnittlich stark vertreten im vergleich zum realen Bevölkerungsanteil. Was die Erwerbsquote der Spieler betrifft spiegelt diese die reale weitestgehend wieder, obgleich das Bildungsniveau im Schnitt höher ist als der Bundesdurchschnitt. Z.B. haben in SL 24% einen Hochschulabschluss während der Bundesdurchschnitt bei etwa 10% liegt. So kommt es wahrscheinlich auch, dass das Einkommen der Spieler im Schnitt höher ist als der reale Einkommenschnitt. Dies mag mit der höheren Bildung zusammenhängen, aber auch mit der (quasi) Vorraussetzung eines DSL Anschlusses mit Flatrate. Das Einkommen wird dabei überwiegend als einfache und mittlere Angestellte und Beamten erzielt, wobei auch Freiberufler stark vertreten sind, die die Welt mit dem Beruf verbinden und dort Geschäfte abschließen wollen. Motivation Neben den beruflichen Interessen sind die Motivationen sehr unterschiedlich, lassen sich aber im Großen und Ganzen auf Neugier, Kreativität, Kommunikation und Unterhaltung beschränken: "" Finanzielle Motivationen werden häufig enttäuscht, da die in Medienberichten häufig fokussierte Darstellung häufig mehr Potential suggerierte als tatsächlich da ist. Nur etwa 500 Personen verdienen mehr als 2000 USD im Monat durch Aktivitäten in SL. 60% der Befragten nannten im Übrigen die Möglichkeit sich einmal ganz anders als im echten Leben, also nach eigener (Wunsch)Vorstellung zu verhalten als starken Motivator. Wesentlich weniger dagegen (13%) interessieren sich für die Audio-Visuellen Medien in SL wie Fernsehen oder Filme. Erwartungen erfüllt Obgleich manche spezifischen Erwartungen wohl herb enttäuscht wurden gaben insgesamt nur 5% der User an (eher) enttäuscht worden zu sein. Dabei ist zu beachten, dass die Zufriedenheit stark mit der Dauer der Mitgliedschaft korrelierte, je länger man dabei ist, desto mehr Funktionalitäten und Möglichkeiten entdeckt man logischerweise. Hat man diese Hürde genommen, so nutzen rund 80% der Befragten SL täglich, mit einer Verweildauer von nicht selten 30 Stunden pro Woche. Diese zeitliche Aufwand wird dabei besonders häufig durch die Einschränkung von TV-Konsum gedeckt, aber auch durch weniger PC- (für anderes als SL) und Konsolennutzung. Nutzung Am häufigsten treten die User ein, wenn sie verabredet sind (60%), viele, wenn die bestimmte Events besuchen wollen (47%) oder schlicht, weil sie dort arbeiten (30%). Je länger man teilnahm desto mehr Leute kannte man daher auch im Schnitt. Mitglieder, die weniger als einen Monat dabei waren kannten im Schnitt 11, bei mehr als einem Jahr im Schnitt 62. 75% der Befragten gaben an, dass sie diese Kontakte sogar schon ins reale Leben übertragen haben – im Schnitt 2 Kontakte persönlich getroffen und mit 6 gemailt. Leider Scheint SL wieder uninteressanter für die Medien zu werden und man hört kaum noch etwas. Die Nutzerzahlen steigen allerdings beständig weiter. Wie die Zukunft aussieht ist ungewiss, mit der neuen Generation von 3D-Welten wird sich aber voraussichtlich wieder einiges tun. Dies alles und noch mehr detailliert nachlesen: http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/05-2008_AmannMartens.pdf
Geschrieben am Mittwoch, 25. Juni 2008
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Tags für diesen Artikel: 3d internet, community, nutzungsverhalten, second life, social web, virtual goods, virtual worlds, zukunft
Der gläserne SurferBy Cornelius Scholz
Anlässlich des Einschleusens von User-Tracking Code in besuchte Seiten durch den ISP British Telecom:
![]() In Zeiten, in denen sich die Technik weiterentwickelt, wachsen die Möglichkeiten ins Unermessliche. Als wäre das Internet eine Welt der unbegrenzten Träume bieten Neuerungen unglaublich viele Möglichkeiten Produktivität, Informationsbeschaffung oder soziale Interaktion zu ermöglichen, verbessern und zu erleichtern. Es gibt Techniken, die in erster Ebene direkt von Surfern benutzt werden können (z.B. Instant Messaging oder E-Mail) oder Techniken, die von Anbietern verwendet werden um den Surfern indirekt neue Interaktionen und ein neues Surfgefühl zu vermitteln (z.B. AJAX oder Flash). Alles wird bunt, schön, multimedial und die Informationsbeschaffung wird mehr und mehr zum Kinderspiel - was wirklich Spass machen kann! So schön all dies klingen mag, so viele Gefahren bringen solche Techniken mit sich. Es hat eine Art Wettrüsten begonnen zwischen Menschen mit bösen Absichten und Firmen, die Otto Normalverbraucher schützen wollen. Angefangen bei nahezu lächerlichen Versuchen per Mail gefährliche Attachments zu verbreiten, wurde an die Ratio und den gesunden Menschenverstand der User appeliert, bei Java Script angekommen, wurde oft geraten Java Script im Browser einfach zu deaktivieren, und im Falle von diffizileren Techniken wie Phishing oder Cross-Site Scripting werden die Browser immer sicherer und warnen teilweise bereits vor solchen Versuchen. Viele Seiten funktionieren kaum noch ohne Java, aber das hat aus diesem Grund ohnehin schon keiner mehr deaktiviert. In der Kombination User-Awareness (z.B. durch eine IT-Complicance) und sichereren Browsern, wird die Gefahr trotzdem recht klein gehalten. Der User surft nur auf Seiten, die als sicher eingestuft sind und die Browser-Hersteller stopfen kritische Lücken. Alles wunderbar? Nein. Was, wenn die Gefahr aus einer Richtung kommt, die niemand erwartet hätte? Was, wenn selbst Seiten, bei denen man sich sicher sein konnte, dass sie sauber sind, weil man sie z.B. selbst programmiert hat, nicht mehr sauber sind? Ein kürzlich aufgetauchter interner Bericht der British Telecom (BT) offenbart, dass die BT in Zusammenarbeit mit Phorm, einem Spezialisten auf den Gebieten User-Profil-Erstellung und personalisierte Werbung, kleine Boxen installiert hat, die die Webanfragen von 18.000 BT-Kunden über die Proxy Server von Phorm geleitet haben. Auf dem Weg über diese Server, wurden den Seiten kleine Java-Scripte eingebaut, die Phorm zurückgemeldet haben, was die Inhalte der besuchten Seiten sind. Anhand der ermittelten Daten konnte Phorm nun ein Profil erstellen und dem User auf Seiten, auf denen sie Werbeplatz erworben hatten, personalisierte Werbung anzeigen lassen. Wired nennt als Beispiel, dass einem User, der vorher die Seite eines Fahrzeugherstellers besucht hatte, Werbungen für Fahrzeugversicherungen angezeigt wurde. Ein sehr zweifelhaftes Business Model. Den meisten Surfern ist die Vorstellung zu einem gläsernen Surfer zu werden ein Graus. Daher reagieren viele User mit dem Verweigern von persönlichen Angaben oder Drittanbieter-Cookies, oder nutzen Proxy-Dienste. Dass aber vom Internetanbieter selbst, den man bisher als absolut neutralen Hintermann wahrgenommen hat (oder einfach gar nicht wahrgenommen hat), Maßnahmen ergriffen werden von Kunden Profile zu erstellen und personalisierte Werbung zu schalten, damit hatte bis vor einer Weile niemand gerechnet. Das schlimme ist, dass man dagegen wenig tun kann. Kann man in vielen Fällen per Opt-Out verhindern (siehe z.B. die Opt-Out Möglichkeit des StudiVZ), dass Werbung personalisiert wird, wurde diese Aktion völlig ohne die Kunden zu informieren durchgeführt: “” Obgleich es laut Seite 18 des Berichts zwar eine Opt-Out-Möglichkeit per “downloading an opt-out cookie” gibt, so wusste ja keiner davon. Auch, dass die Browser manchmal Probleme machten oder der Script-Code als Text (da vermutlich an der falschen Stelle injiziert) auf den besuchten Seite auftauchte, ließ wenige stutzig werden. Die meisten hielten es für einen Browser-Fehler oder Malware, jedenfall nicht für heimlich vom Provider eingeschleusten Code. Damit hatte bisher keiner gerechnet und leider scheint es - zumindest im Falle der BT - durchaus legal zu sein. Womöglich sind wir dem gläsernen Surfer bereits näher als wir dachten.
Geschrieben am Montag, 16. Juni 2008
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Tags für diesen Artikel: business models, werbung
Mobile Social Webs die Goldtöpfe am Ende des Frequenz-Regenbogens?By Cornelius Scholz
Letzte Woche berichteten wir ein wenig über die Nutzerzahlen von Social Networks und nicht mobilen, aber mobil genutzten SNs. Neueste Studien, z.B. von In-Stat bestätigen den Trend, den der Opera Mobile Report beobachtete und attestieren den Mobile Social Networks eine goldene Zukunft - zumindest, was die User-Zahlen betrifft. Diese sollen nämlich von derzeit etwa 525 Mio. auf etwa 975 Mio. im Jahr 2012 ansteigen.
Wie üblich - treue Leser wissen, was jetzt kommt - bedeuten viele User aber nicht gleich viel Gewinn. Dieses Jahr, so schätzen Experten, soll sich der Gewinn via Mobile Ads auf etwa 1,5 Mrd. Dollar belaufen. Wie sich diese Zahl in Zukunft entwickeln wird sorgt wie immer für Diskussionen: Die Leute von In-Stat rechnen mit (seeehr moderaten) 2,2 Mrd. Dollar, im Jahr 2012, Juniper spricht von einem Markt von 22,4 Mrd. Dollar im Jahr 2013, während wieder andere bis zu 150 Mrd. Dollar im Jahr 2011 für möglich halten. Wahrscheinlich gibt es wenige Fragestellungen bei denen die Schätzungen in diesem Ausmaß differieren. Dennoch klingen Reaktionsraten von 29%, wie Blyk behauptet sie zu erzielen (ist das wirklich möglich?), gleichermaßen unglaublich verlockend, wie nur unglaublich. Allerdings muss man vorsichtig mit aktuellen Zahlen sein, wie Experten warnen. Womöglich wäre es ein Fehler aktuelle Entwicklungen und Zahlen für die Zukunft hochzurechnen, da diese auf einer Art “Neuigkeitseffekt” basieren könnten, denn als das Internet noch neu war, waren diese Zahlen (Klicks auf Werbung) auch deutlich besser als heute. Eine Studie von AOL zum Thema findet zwar hohe Akzeptanz, formuliert diese Gefahr aber (womöglich unbewusst) gleich im ersten Satz: Werbung im mobilen Internet wird verstärkt wahrgenommen und in hohem Maße ausprobiert. Der gesunde Menschenverstand und der Inhalt des Satzes werfen nun die Frage auf: Wird man die Werbung weiterhin anklicken, wenn man weiß, dass sich meist genauso langweilige Inhalte dahinter verbergen, wie im “herkömmlichen Web”?
Geschrieben am Montag, 9. Juni 2008
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13:40
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Tags für diesen Artikel: business models, mobile social networks, mobile web, social networks, Web 2.0, web services, werbung
Social Media - was ist das und wie benutze ich es?By Cornelius Scholz
Einige mögen sich noch an den Post Personalakte 2.0 erinnern, der beschrieb, dass das Web 2.0 oft leicht genutzt werden kann um Informationen über Personen zu sammeln. Diese Informationen können dabei bewusst, leider aber machmal auch unbewusst (oder man ist sich der Tragweite seiner Taten nicht bewusst) ins Netz gelangt sein.
Ein längerer Artikel von Read/Write-Web nimmt den ambitionierten User bei der Hand und gibt ein paar gute Tips, wie man das Netz gezielt nutzen kann um für sich Werbung zu machen oder sich schlicht auffindbar zu machen. Behandelte Themen sind die folgenden: 1. Personal Branding Wie kontrolliere ich meine eigene Marke? Sobald jemand seinen Namen googlen kann, ist er für die breite Masse auffindbar und damit kann man sich ein Bild von ihm machen. Tauchen die falschen Informationen auf, wirft das kein gutes Licht auf die Person. 2. What Web 2.0 Is And How To Use It Von der Pike auf wird erklärt, was Web 2.0 ist (z.B. Technik, Design und Begriffe, die man kennen muss), wie es Kommunikation und Mensch geändert hat und wie man das auch selbst erlernen kann. 3. Learn To Use YouTube To Convey A Message Wie kann man eine Nachricht über das Netz verbreiten, die mehr ist, als bloßer geschriebener Text? 4. Learn To Blog Blogging wird mehr und mehr das Kommunikationsmittel um sich persönlich zu entfalten, sich zu verkaufen, seine Know How unter beweis zu stellen und Produkte zu promoten. Inzwischen auch von Firmen stark genutzt kann es nicht schaden schonmal einen Blog-Post geschrieben zu haben. 5. Use Social Networks Das Mittel um förmlich mit der ganzen Welt in Kontakt zu bleiben und zu networken. 6. Master Wikis Wikis als ein Weg eine eigene kleine Internet-Welt zu errichten und Unmengen an Informationen strukturiert weiterzugeben dürfen nicht außen vor gelassen werden. Viele Unternehmen setzen inzwischen Wikis ein um Know How zu sichern oder ihre Mitarbeiter fortzubilden. 7. Learn To Twitter Microblogging als beliebte Art mal eben kurz die ganze Welt wissen zu lassen, was man tut. 8. Learn To Podcast Wem YouTube dann doch zu viel ist, der kann auch auf das PodCasting zurückgreifen um Messages zu verbreiten. Eine schöne Möglichkeit gesprochenes einem großen Publikum zugänglich zu machen. Advertising Recession?By Cornelius Scholz
Beobachtet man die aktuellen Web 2.0 Angebote, so fällt auf, dass die wenigsten (bis auf wenige glorreiche Ausnahmen) ein solides Business Model haben. Meist basieren die Einnahmen auf nicht personalisierter Werbung, da die Seiten zwar viele goldwerte User-Daten haben, diese aber bisher selten nutzen können.
Bisher waren die Anbieter damit auch relativ zufrieden, da die Internet-Werbeeinnahmen als "rezessions-immun" (recession proof) galten. Aber eben nur bisher. Suchmaschinen-Werbeinnahmen wurden schon vor einer ganzen Weile als nicht besonders sicher entlarvt, dabei klingt die Argumentation auf der der Mythos basiert recht logisch: Wenn die Wirtschaft in eine Rezession gerät und die Werbebudgets gekürzt werden müssen, so wirkt die Internetwerbung bei weitem günstiger als die Werbung in Print und TV. Außerdem ist die Analyse der Werbewirkung und Effektivität (z.B. cost per mille, click-through rates und tatsächliche Geschäftsabschlüsse) deutlich leichter als dies bei Werbung in anderen Medien der Fall ist. Folglich wird das Werbebudget eher für Print- und TV-Kampagnen gekürzt als für Online-Werbung. So viel zur Theorie. Wie so oft differieren Theorie und Realität, in diesem Fall zumindest, wenn man dem "AdPrice Index" von PubMatic glauben schenken will. Deren Analyse nach sind die Werbeeinnahmen im April im Vergleich zum März im Schnitt um 23% gefallen. Am meisten wegstecken mussten dabei unsere schönen Web 2.o Freunde, die Social Networks. Die, die es am nötigsten haben, mussten einen Rückgang von 47% einstecken. Leider lässt sich nicht wirklich ein Trend aus den drei Zahlen rauslesen (womöglich handelt es sich um irgendwelche saisonalen Schwankungen o.ä.). Dennoch seien die Betreiber alarmiert, dass es Schwankungen geben kann und wird. Von Nutzerzahlen und nicht mobilen, aber mobil genutzten Social NetworksBy Cornelius Scholz![]() Nachdem länger nicht viel über das Thema zu berichten war, soll sich der heutige Post mal wieder mit dem “heiligen Gral der sozialen Netzwerke” widmen. Einige neue interessante Zahlen, Trends und News sind aufgetaucht, die durchaus eine Erwähnung wert sind. Steigende Nutzerzahlen im Mobile Web Business Wie schon vor einer weile hier berichtet, befindet sich das Mobile Web auf der Überholspur und zwar, wie der Opera Mobile Browsing Report aufzeigt, deutlich. Betrachtet man die Nutzerzahlen, die auf anonymen Nutzerdaten des Opera Mini Browsers beruhen genauer, so stellt man ein enormes Wachstum fest. Innerhalb von nur etwa zwei Jahren ist die Anzahl kumulierter Nutzer von ca. 1 Mio. auf knapp 45 Mio. heute gestiegen. Sehr stark fällt auch das gestiegen Datenvolumen in diesem Zeitraum auf. Diese Zahlen suggerieren ein anderes Bild, als das Ende des Mobile Web (wir berichteten). Nische vs. universell Betrachtet man nun genauer welche Seiten die User besucht haben, so wird schnell deutlich, dass die mit Abstand meistgenutzten Seiten (neben dem überall vertretenen Google) Social Networks sind. In Deutschland zum Beispiel befinden sich auf Platz zwei und drei der Top Ten die Social Networks StudiVZ und wer-kennt-wen.de und insgesamt fallen etwa 40% Seitenaufrufe auf Social Networks. Aber handelt es sich wirklich um “mobile social networks”? Betrachtet man die vertretenen Seiten, so stellt man fest, dass die meisten Social Networks ganz normale sind, wie man sie mit dem Desktop auch besucht, wie etwa MySpace oder Facebook. Die eigens für Mobile Web konzipierten Networks (z.B. mocospace.com in den USA) sind eher selten vertreten. Denkt man nun weiter über diese Tatsache nach, so fragt man sich doch, ob die Gründung eines eingens Mobile Social Web überhaupt noch tragbar ist. Damals berichteten wir unter anderem von Aka-Aki, was versucht ein Mobile Social Web zu gründen. Der Trend des One Web, wie er auch im Opera Report angesprochen wird könnte Nischen-Netzwerken dieser Art schnell das Wasser abgraben. Immer mehr Devices sind in der Lage einfach das “richtige Web” darzustellen und keine gekürzten WAP-Seiten oder per CSS zurückgeschnittene Überreste der Gesamtseite. Häufig aber auch, bieten die großen auch spezielle Versionen an, die optimiert sind für den mobilen Einsatz und das betrachten auf kleinen Bildschirmen (denn auch die großen Seiten haben erkannte, das das Mobile Web kommt). Damit werden etablierte Social Networks, die bereits große Nutzerzahlen vorweisen können, zur direkten Konkurrenz für die mobilen Versionen. Warum sollte man sich noch für ein speziell mobiles Network registrieren, wenn man die Kontakte zuhause bequem per PC aber nahezu gleich komfortabel auf der gleichen Plattform mobil pflegen kann? Ein pro-Argument für mobile Versionen sind womöglich noch Features, wie die Möglichkeit andere Mitglieder, die sich in der Nähe aufhalten via Bluetooth zu orten bzw. deren Nutzerdaten angezeigt zu bekommen. Auch dieses Argument schwindet langsam, da es sicherlich bald möglich sein wird für die großen Networks via APIs oder integrierten Java-Applications ähnliche Funktionen anzubieten, sei es durch Nutzen von Bluetooth, GPS, WLAN-Ortung oder manueller Ortung per googleMaps o.ä. Make Money Wie bereits erwähnt blieb die Entwicklung des Mobile Web auch den Großen nicht verborgen. Google CEO Eric Schmidt beispielsweise sieht in den Mobile Ads den Markt der Zukunft und erwartet, dass in diesem Markt noch deutlich mehr Gewinne zu erzielen sind, als im PC-Internet-Business. Er meint, dass der Umstand, dass Handys stark personalisiert sind, mehr personalisierte Werbung und damit höhere Einnahmen ermöglichen würde. Ob er recht behalten soll mit dieser Prognose ist fraglich. Nichtmal für heutige Web 2.0 Seiten scheinen die Gewinne groß auszufallen und wie User auf personalisierte Werbung reagieren wissen wir inzwischen ja auch. Immerhin mildert Schmidt er seine Prognose dahingehen ab, dass diese “next big wave” erst in ein paar Jahren kommen wird. Persönliche Meinung/Prognose So wie sich die aktuellen Mobile Devices und mitgelieferten Programme entwickeln, sollte das “klassische Mobile Web” bald überflüssig werden. Die Vision eines “One Web” kommt immer näher und Bedienungskomfort und immer schnellere Übertragungsgeschwindigkeit sowie Daten-Flatrates tun ihr Übriges. Betrachtet man kommende Gerätegenerationen (das iPhone erster Generation war schon erfolgreich, obgleich noch nichtmal mit 3G ausgestattet) mit 3G oder 4G und extrem komfortabler, intuitiver Bedienung dürften mobil surfende User bald mehr Regel als Ausnahme sein. Genau dieser Trend jedoch wird es kleinen, auf den mobile Bereich spezialisierten Netzwerken wie Aka-Aki sehr sehr schwer machen noch Fuss zu fassen.
Geschrieben am Sonntag, 1. Juni 2008
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22:19
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Tags für diesen Artikel: business models, facebook, kommunikationsverhalten, mobile social networks, social networks, social web, studivz, usermacht
Soziale Kluft = Digitale Kluft?By Cornelius Scholz
In Deutschland scheint die soziale Kluft zwischen den Reichen und Armen immer größer zu werden. Neben den allseits bekannten Folgen wie z.B. schlechteren Bildungschancen für den Nachwuchs hat eine Umfrage von Parks Associates in den USA gezeigt, dass Bildung und Einkommen auch Einfluss auf die Nutzung von PC und Internet nehmen. So habe etwa fast ein drittel der Haushaltsvorstände in den USA noch nie selbst ein Dokument auf dem PC erstellt und fast jeder fünfte Haushalt noch nie eine E-Mail versendet.
Ähnlich schlecht sehen die Zahlen der BITKOM für Deutschland aus. So nutzten Ende 2006 lediglich etwa 60% der Haushalte Internet, bis 2010 soll dieser Wert auf 70% steigen. Auch hier zeigt sich ein starker Zusammenhang mit Einkommen und Bildung. Offensichtlich liegt noch viel Potential brach und es muss noch viel getan werden bis man von “gleichen Chancen für alle” und “Internet für alle” sprechen kann.
Geschrieben am Montag, 26. Mai 2008
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13:01
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Tags für diesen Artikel: nutzungsverhalten, zukunft
Leser vs. "Scanner"By Cornelius Scholz
Statistiken zeigen, dass die Informations-Überfluss der heutigen Internetgesellschaft seinen Tribut fordert. In den Massen von Informationen und Ablenkungen durch neue Mails und IMs oder auch nur Bildern im Text, verschwimmen Information (gepaart mit wenig Zeit) zu einem unmöglich zu bewältigenden Informationswust. Anstatt Wort für Wort zu lesen selektieren die User schon am Titel und “scannen” die Seiten im nurnoch.
Jakob Nielsen, ein Web Usability Consultant, schätzt, dass die Besucher einer Seite im Schnitt bestenfalls 28%, eher 20%, des Text wirklich lesen. Unter anderem fand Nielsen heraus, dass ... - ... nur auf Seiten mit weniger als 111 Wörtern etwa die Hälfte des Artikels gelesen wird - ... viel Zeit gebraucht wird um die Navigation zu verstehen und Bilder zu betrachten (was die reine Lesezeit weiter vermindert) - ... selbst wenn die Zeit auf einer Seite komplett zum Lesen verwendet werden würde nur etwa 28% der Wörter gelesen werden könnten. Wegen des Punktes davor sind 20% daher deutlich realistischer Eine lineare Regression ergibt die für Blogschreiber die etwas verstörende Zahl von nur etwa 4,4 Sekunden mehr Lesezeit pro weitere 100 Wörter (die Gerade beschreibt sich durch: Lesezeit = 25 + 0,044*Wörter). Unter der Annahme, dass ein schneller Leser etwa 250 Wörter pro Minute schafft (der Datensatz beruht auf laut Angaben von Nielsen auf Personen mit höherem Bildungsniveau), kann der Besucher 18 Wörter in den 4,4 Sekunden lesen, also lediglich 18% der zusätzlichen Wörter. Nimmt man weiter an, dass je länger die Anzahl des Posts ist und je mehr Bilder sich darin befinden, der User weniger Zeit mit lesen zubringt, so dürfte der Anteil tatsächlich gelesener Wörter z.B. für einen 700-800 Wörter Artikel (in etwa der Umfang eines großen Mörfelderkreis-Artikels) bei knapp 30% liegen. Die Leute “scannen” (im Schnitt) also nur noch, was wichtig ist in einem Artikel, und gewinnen so einen groben Überblick. Wie reagiert man als Blogschreiber? Kürzere Posts bis maximal 200 Wörter? Keine Bilder? Einfache Navigation? Hoffen, dass die Leute, die wirklich interessiert sind den Artikel auch ganz lesen? Womöglich sind die 160 Wörter eines Twitter-Posts die perfekte Länge für die heutig Zeit. Leider sind sie zu kurz um wirklich Informationen zu vermitteln.
Geschrieben am Montag, 26. Mai 2008
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Tags für diesen Artikel: blogs, nutzungsverhalten
Games With a Purpose (Gwap.com)By Cornelius Scholz
Vor einer Weile berichteten wir über ein kleines Spiel mit Sinn, das Google nutzt um Bilder zu labeln. Seither war Luis von Ahn - dem wir nebst diesem Spiel auch CAPTCHAS (= Completely Automated Public Turing Test to Tell Computers and Humans Apart) verdanken - nicht auf der faulen Haut gelegen. Von Ahn entwickelte vier weitere Spiele, die nun auf Gwap.com nebst dem ESP-Game (= Prinzip Image Labeler) gespielt werden können.
Wie auch das altbekannte Spiel helfen die neuen Spiele Daten zu taggen oder zu klassifizieren. “Tag a Tune” z.B. lässt Spieler ein oder zwei Lieder beschreiben und danach raten, ob die Spieler das gleiche Lied hören. Diese Informationen können benutzt werden um nicht nur nach Titel oder Stil zu suchen sondern auch z.B. nach “romantic love song”. In “Verbosity” müssen die Spieler jeweils ein “geheimes Wort” beschreiben und der andere diese Wort anhand der Hinweise erraten. Die Verknüpfung der Worte und Beschreibungen könnten später z.B. für sematische Produkte verwendet werden. “Squigl” gibt den Spielern ein Bild und den Namen eines Objektes auf dem Bild, z.B. ein Bild mit einer Katze und einem Hund und das Stichwort Katze. Aufgabe ist nun, die Katze gedrückter Maustaste nachzufahren. Damit können Objekte, die z.B. im Image-Labeler getaggt wurden sogar lokalisiert werden. Und das letzte Spiel, “Matchin”, lässt Spieler aus zwei Bildern das ansprechendere auswählen. Diese Informationen sollen später genutzt werden um Bilder auch nach “Schönheit” zu sortieren. Wer genau die Daten nun erhält und was exakt damit passiert ist nicht beschrieben, richtig eingesetzt könnte die Qualität der Daten allerdings Techniken wie sematische Suchen deutlich verbessern und Bildersuchen ergänzen/verbessern.
Geschrieben am Montag, 26. Mai 2008
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Barriere 2.0By Cornelius Scholz
Eine von Aktion Mensch durchgeführte Studie zeigt, dass Web 2.0 Angebote heute noch häufig voller Hindernisse und Barrieren für behinderte Menschen sind. Auf der “EfA - Einfach für Alle” Tagung am 6. Mai wurden unter anderem in 16 moderierten Workshops der Stand der Dinge, Probleme und Lösungen gezeigt, die es behinderten Menschen erleichtern sich in der digitalen Welt zurechtzufinden, sowie die Ergebnisse der Studie veröffentlicht.
Unter anderem zeig die Studie, dass gehandicapte Menschen das Internet trotz der teilweise ungünstigen Bedienung besonders häufig nutzen. Z.B. für Blinde ist es schwierig, sich auf Flash-dominierten Seiten zurechtzufinden, da Flash-Inhalte nicht ohne weiteres von entsprechenden Programmen vorgelesen werden können. Zudem können erste Hürden wie ein grafisches Captcha schonmal zum Einstieg ein unlösbares Problem darstellen. Mit Bitte um Verständnis für die noch andauernde Aufarbeitung wird der Inhalt der Workshops und eine Dokumentation der Tagung “in Bälde” auf der Homepage zu finden sein.
Geschrieben am Dienstag, 20. Mai 2008
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13:11
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Facebook, Google & MySpace - Warum Offenheit und wie offen?By Cornelius Scholz![]() In der letzten Woche berichteten wir bereits von den drei Big Playern, Portability und Offenheit. Alle drei aufgeführten Kandidaten sind echte Namen im Internetbusiness, mischen mehr oder weniger in Sachen Social Web und Social Networks mit und haben angekündigt jetzt offener zu werden. Aber warum und warum gleich alle drei? 1. BE INNOVATIVE (OR KEEP UP WITH YOUR OPPONENT) Wie im letztwöchigen Artikel schon erwähnt, dürfte einer der banalsten Gründe sein, dass jeder der erste sein will mit neuen Innovationen oder zumindest nicht lange auf sich warten lässt mit der Konkurrenz gleichzuziehen. In Zeiten in denen der User an Macht gewinnt und die Userbindung immer schwächer wird tun die großen gut daran ihre Schäfchen bei Laune zu halten und immer mal wieder mit neuen Features zu füttern. Tun sie das nicht stehen die Chancen nicht schlecht, dass der User sich spontan für eines der anderen Netzwerke entscheidet - Auswahl gibt es ja inzwischen genug. Eine Studie von 20bits zum Beispiel belegt, dass Facebook scheinbar langsam langweilig zu werden droht (die Neuanmeldungen und Posts zum Beispiel sind empfindlich weniger geworden). Eine daraufhin durchgeführte Umfage unter mashable-Lesern zu dem Thema “Are You Fed Up With Facebook?” bestätigt den Trend und ergibt, dass nur noch 13% der Teilnehmer kein bisschen gelangweilt sind. Daraus lässt sich folgern: Unterhalte deine Gemeinde mit schönen neuen Features und wenn du nicht als erstes die Idee hattest, zieh mit. Data Portability und Openness sind eine prima Idee und dürfte den Usern gefallen. 2. GET MORE USER Das große Problem im Social Web Business im Moment ist, dass die User meist nicht bereit sind für soziale Netzwerke zu zahlen (glorreiches Gegenbeispiel wäre zum Beispiel Xing.com - just to mention one example). Bedenkt man den Aufwand mit Programmierern, Administratoren, Helpdesk, Serverfarmen etc., so ist klar, dass diese Ausgaben finanziert werden müssen. Aber wie verdienen die Großen dann ihr Geld? Im Moment dürfte dies überwiegend durch Werbung sein oder irgendwelche kommerziellen Programme. Das bedeutet, je mehr Mitglieder dabei sind und an das Netzwerk gebunden sind, desto besser. Die Nutzerbindung steigt und es kann potentiell mehr Werbung geschalten werden. Würden die Seiten zudem zu einer “zentralen Anlaufstelle im Netz”, würden die Seiten nebst mehr Users/Klicks auch im Generellen attraktiver für die Werbewirtschaft werden und mehr Werbung bekommen oder höhere Vergütungen. Also auch in dieser Hinsicht bringt die Offenheit den Drei einen Vorteil. Mehr User, generell mehr Attraktivität und damit mehr Werbeeinnahmen. 3. GET MORE USER-DATA Was aber macht (insgeheim) den größten Wert eines Netzwerkes für die Betreiber aus und warum werden Millionen von Dollar für Anteile bezahlt? Ganz einfach: User-Daten. Alle drei Netzwerke spechten nach Usern und versuchen Gollum-gleich “ihren Schatzsss” zu verteidigen. Der eigentlich wahre Wert der Netzwerke dürfte in den Millionen von User-Daten liegen, die bei Adressen angefangen, über Urlaubs- und Freizeitverhalten, bis hin zum Büchergeschmack einzelner User bares Geld wert sein dürften. Man stelle sich nur mal die Möglichkeiten für Marktforschung und Werbestrategen vor, wenn man wirklich einfach an die Daten gelänge. Was wären diese Leute bereit zu zahlen um an die Daten zu kommen oder personalisierte Werbung schalten zu können? Man weiß es nicht, aber es dürfte die anonymen Werbeeinnahmen um ein Vielfaches übersteigen. Wie die meisten Wissen gab es auch hier schon Versuche, diesen Schatz zu heben, anfänglich genannte User-Macht jedoch machte den Planern einen Strich durch die Rechnung. Als das StudiVZ versuchte diese Daten zu nutzen, gingen die Nutzer in Kapfstellung über und drohten schlicht mit Verlassen des Netzwerkes. Gelänge es den Betreibern dennoch irgendwann wieder so viel Macht über die Nutzer zu erlangen, die Daten verwerten zu können, so würde dies Social Networks zu wahren Goldgruben machen. Das ist auch der Grund, warum die Drei sich untereinander etwas angiften und z.B. Facebook verhindert, dass Googles Friend Connect Zugang zu den Daten hat. Der Zug, die Daten ansonsten (gegenüber anderen) zu öffnen und portabel zu machen ist in dieser Hinsicht dennoch ein genialer Schritt. Zwar dürfen/können die Daten für Werbezwecke nicht direkt verwendet werden, indirekt aber nutzt dieser Zug den Drei, da die Profile zu einer Art zentralen Datenspeicher werden. Die User vervollständigen die Profile und nutzen sie um von dort aus andere Applikationen zu bedienen und Mash-Ups mit Daten zu beliefern, was für die Betreiber heißt mehr Daten und (insgeheim) mehr Wert. Ein genialer Schachzug. Der momentan entbrannte Kleinkrieg ... ... zwischen den Drei ist interessant zu verfolgen. Alle drei öffnen sich aus oben genannten Gründen (und sicher noch ein paar mehr - ich hoffe auf Kommentare) schotten sich aber gleichzeitig gegen die Konkurrenz ab. Durch diese Züge werden die durchaus sehr medienwirksamen Terme Portability und Openness etwas ad absurdum geführt. Ein Post auf GigaOM erfasst die Situation sehr schön: “” Was passiert als nächstes?
Geschrieben am Montag, 19. Mai 2008
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11:28
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Tags für diesen Artikel: business models, interoperabilität, portability, social networks, social web
Von drei Big Playern, Portability und OffenheitBy Cornelius Scholz![]() Erst vor ein paar Tagen hatte MySpace als erstes angekündigt die Daten seiner Mitglieder in einem Projekt namens “Data Availability” portabel zu machen und schon wenig später zogen Google mit “Friend Connect” und Facebook mit “Facebook Connect” nach. Man könnte meinen, dass sich inzwischen eine Art Wettrüsten zwischen den großen Social Networks entwickelt hat, dessen Ergebnis bisher noch nicht abzusehen ist. Im Spannungsfeld zwischen Innovation, Critical Mass und “Wettprogrammierung” ist es wahrscheinlich, dass die drei großen sich immer paralleler entwickeln werden, aber das ist ein anderes Thema. Grund für diese(n) Zug/Züge könnte dieser sein: “” Inzwischen wissen wir ja, dass die Konkurrenz nicht lange auf sich warten hat lassen ... Alle drei genannten Projekte zielen jedenfalls darauf ab, Profildaten, die bereits in einem Netzwerk angelegt wurden in ein anderes zu transferieren. Somit entfiele theoretisch der Aufwand, in den Partnerseiten das Profil parallel zu pflegen. Während OpenID "ledigllich" den Benutzernamen das Passwort zusehends “universeller” werden lässt, sind die anderen Projekte weiterführend, da hier komplette Profile auf mehreren Seiten genutzt werden können. Das hieße, die Seiten bekämen mehr Informationen von den Usern und würden öfter benutzt, da diese die Seite als “Basis-Profil” nutzen könnten. Dazu hat jeder der drei Seiten einige Partner, mit denen das schon gut funktionieren soll. So kooperiert MySpace etwa mit Yahoo, Twitter und EBay. Innerhalb dieser Konstellation können nun z.B. öffentliche Profil-Informationen und Fotos barrierefrei innerhalb der Partner verwendet werden. Diese weitergereichten Daten können wiederum mit spezifischen Daten kombiniert werden. Denkbar wären unter anderem Kombinationen wie Anschrift und E-Mail aus MySpace und Kontodaten ergänzt aus EBay. Werden die Daten nun in einem Netzwerk geändert sind sie umgehend auch im anderen geändert. Ähnlich tut es Facebook, welches mit “Facebook Connect” nun erlaubt - bisher nur mit Digg - Profilinfos und Kontakte aus Facebook weiterzugeben. Konsequenterweise hat der User (so wie von MySpace nur öffentliche Daten verfügbar sind) die Möglichkeit in den “Privacy-Settings” differenziert einzustellen, was mit den Daten passieren darf. Dies ist der erste Schritt von Facebook, die internen Daten wirklich nach Außen verfügbar zu machen. Laut einem Techcrunch-Artikel geht Google jedoch nicht ganz so offen mit den Daten um. Im Gegensatz zu MySpace und Facebook, welche die Daten über eine API anbieten und die Partner rechtlich verpflichten die Daten nicht zu missbrauchen, sollen die Google-Daten nur in einem IFrame dessen Inhalt auf Google-Servern gehostet ist auf anderen Seiten erscheinen. Zudem hat Google den Nachteil, dass dort im Gegensatz zu MySpace und Facebook noch nicht mehrere Millionen User aktiv registriert sind. Was allerdings ein großer Trumpf im Ärmel von Google ist ist, dass Google frei verfügbare Gadgets anbietet, die ohne große Programmierkenntnisse in bestehende Homepages eingebettet werden können. Damit kann schnell eine Art Social Network um die eigene Seite gebaut werden, z.B. mit einer Mitgliederliste und Online-Status und auch viele der OpenSocial-Gadgets können ohne größere Umstände eingepflegt werden. Basis Partner sind natürlich Orkut, Google-Talk, LinkedIn und hi5. Zudem taucht Facebook als Partner auf, dies aber nur, da die offene API Zugriff auf deren Daten erlaubt. Somit geht Google zwar restriktiver mit den Daten um, öffnet sich aber potentiell mehr Leuten als MySpace und Facebook. Wie sich die Geschichte entwickeln wird, ob man sich nicht doch auf einen Standard einigt oder die APIs gegenseitig unterstützt steht (wie immer) in den Sternen.
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