Google, ein Name, den förmlich jedes Kind kennt. Inzwischen kann man sich, bzw. die Maus im Internet, kaum noch umdrehen ohne irgendwie mit dem quietschend bunten Logo konfrontiert zu werden.
Im
Jahr 1998 von
Larry Page und Sergey Brin gegründet hat sich das Unternehmen zu einem echten Riesen und im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Global Player gemausert (mit einem Umsatz von immerhin etwas über
10 Mrd. Dollar im Jahr 2006 und das mit
“banalen” Pay-Per-Click Werbeanzeigen).
Begonnen hatte alles mit einer “revolutionären” Suchtechnik, die in das Ranking von Webseiten auch die Anzahl der Links mit einbezieht, die auf die
Webseiten verweisen. Inzwischen ist Google die Internet-Suchmaschine schlechthin und der Begriff SEO (Search Engine Optimization) bezieht sich im Großen und Ganzen nur auf den Versuch in Google gute Ranks zu erzielen. Durch die Fähigkeit Webseiten wie auch PDFs zu indexieren, kluger Promotion, relativ hoher Qualität von Suchergebnissen und kluger Distribution (wie z.B. durch die Google-Toolbar oder gar fest in Browser integrierte Suchfenster) wurde die Suchmaschine zu dem was sie heute ist - King of the Hill, das Non Plus Ultra, der Platzhirsch. Das ist auch der Grund weshalb Versuche eine neue starke Suchseite zu entwickeln (z.B.
Theseus) nicht mit der “Altavista-Killer” sondern mit
“potentieller Google-Killer” betitelt und dann auch noch ordentlich gesponsort werden und “Google” zu den
wertvollsten Marken weltweit zählt.
Das ganze ist sogar so weit fortgeschritten, dass
der Duden 2004 das Wort
“googeln” für
“im Internet, besonders in Google suchen” aufgenommen hat, was kurz darauf aus rechtlichen Gründen in
“mit Google im Internet suchen” geändert wurde.
Wer aber denkt, dass Google eine reine Suchmaschine ist, der irrt. Google erwies sich in letzter Zeit als ein wahres Feuerwerk des Ideenreichtums. Sicherlich liegen die Wurzeln im indexieren von Webseiten, aber bald kam man auf die Idee sich auch anderweitig zu engagieren und zu probieren. Eine Liste der der
Mergers & Acquisitions gibt ein wenig Einblick, wo Google einkaufen geht und was so zum Firmen-Portfolio gehört (bis hin zu aufsehenerregenden Deals wie der Kauf von YouTube für 1,65 Milliarden Dollar oder die Übernahme von DoubleClick für 3,1 Milliarden Dollar).
Google Mail, Google Talk, Google
Maps /
Earth und
Google Video dürften inzwischen auch jedem ein Begriff sein.
Der
mashable-Artikel “Google Vs. Everyone” zeigt schön auf, in welchen Bereichen Google überall mitmischt und sich durchsetzen will:
- Suchen
- Werbung
- Video
- Blogging
- Mobil-Dienstleistungen
- personalisierte Startseiten
- Kommunikation
- Social Networks
- Photo Sharing
- Office Suite
Beeindruckend, im Grunde aber auf Grund der starken Marke, dem Equipment und Know How wahrscheinlich nichtmal unrealistisch. Und wenn man sich nicht durchsetzen kann ... einfach kaufen (vgl. YouTube). Das lässt Spannung aufkommen, womit Google als nächstes überrascht.
Auch neueste Gerüchte zeigen, dass der Gigant nicht schläft. So gibt es z.B. Gerüchte von einem
GPhone und dem möglichen
Kauf von Mobilfunkfrequenzen. Damit würde sich Google also aus der reinen Web-Welt hinaus in die Taschen der Bevölkerung wagen.
Weiterhin hat Google begonnen mit den
vier großen Nachrichtenagenturen Agence France Press (AFP), Associated Press (AP), Canadian Press (CP) und Press Association (PA) zu kooperieren und die neuesten Nachrichten unter
Google News selbst zu veröffentlichen. Damit arbeitet Google nichtmehr als reiner News-Verlinker und -Zusammensteller sondern tritt selbst als Newsanbieter auf - ein klarer Angriff auf andere (redaktionelle) Newsportale im Netz, der diese Traffic und damit Anzeigenkunden kosten kann, die Google dann selber gewinnen möchte? Laut dem Artikel soll zwar vorerst keine Werbung geschalten werden, aber was nicht ist kann ja noch werden.
Langsam kommt aber sowohl bei Firmen als auch bei Internetsurfern ein flaues Gefühl im Magen auf. Erstere monieren, dass Google
ihre Inhalte und Internetinfrastrukturen umsonst nutzt um mächtiger und größer zu werden denn je, bei letzteren dagegen kommen Bedenken auf, weil Google in der Lage ist langsam aber sicher ein
glasklares Bild von jedem Nutzer zu zeichnen, durch die Speicherung von Suchanfragen, E-Mails (Google Mail), deren Fotos, Blogs, und so weiter uns so fort. So wie früher die Banken die Leute überreden mussten ihnen das Geld anzuvertrauen, steht Google also nun vor der Herausforderung, die Surfer dazu zu bringen Google zu vertrauen, weiterhin zu benutzen und Daten anzuvertrauen.
Bisher stellt sich die Entwicklung von Google als mehr als rasant dar und der Einfluss den Google mittlerweile hat lässt vermuten, dass das auch in absehbarer Zeit so bleiben wird. Spannend ist die Frage was Google sich als nächstes einfallen lässt allemal ... Naja, abwarten und Tee trinken, die nächste Meldung wartet sicher schon.
Danke an
Kai Hattendorf für den Input.