In letzter Zeit hört man immer öfter Nachrichten, dass Unternehmen Schnittstellen und Quellcode veröffentlichen, oder neue Unternehmen von Anfang an technisch Farbe bekennen.
So hat z.B.
MySpace letzte Woche angekündigt sich in den nächsten Monaten
für Entwickler zu öffnen, was ihr größter Konkurrent
Facebook bereits
vor einem Jahr gewagt hat. Die Möglichkeit kleine Widgets einzubinden, wie z.B. Slideshows von
Slide.com oder Videos von
YouTube, besteht
schon länger, neu ist allerdings, dass von nun an
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[...] software programmers will be able to control key aspects of how features like photos or user authentication work, allowing them to build more complex Web services than the restrictive approach MySpace has employed to date with outsiders.
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Und um zu verhindern, dass eine Art Widget-Overflow ensteht oder technische Probleme übersehen werden plant MySpace eine “sandbox" einzurichten mit etwa zwei Millionen Nutzern, die die Widgets schon testen dürfen bevor sie jedermann der
180 Millionen User eröffnet werden.
Aber warum gehen Unternehmen diesen Schritt? Warum öffnet sich Facebook, MySpace und
Digg und warum gibt Linden Labs
Second Life Code preis?
Die Antwort ist relativ einfach:
Crowdsourcing und Mash Ups.
Durch das öffnen der API (Application Programming Interface = Programmierschnittstelle) ermöglicht man den technisch versierten Usern Programme zu schreiben, die es bisher im Widget-Repertoire noch nicht gibt und diese zu veröffentlichen. Der Clou ist, dass die Programme durch die API auch auf Seiten-Interne Funktionen und Daten zurückgreifen können, so z.B. Kontakt-Daten von Facebook-Buddies. Somit entstehen Programme mit Features an die die Macher der Seiten nicht gedacht haben oder Widgets mit schlicht schönerem Interface (hier ein
paar Beispiele für
Facebook-Widgets und eine Übersicht über die
Google-APIs). Das heißt, die User werden in die Lage versetzt ihre Nachfrage nach Features weitestgehend selbst zu befriedigen und befriedigte Nachfrage heißt Userzufriedenheit.
Das kann in der Web 2.0 Welt, wo “critical mass" und “hipness" über Erfolg und Niederlage entscheiden können,
entscheidend sein:
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Just like the Facebook API, this is likely to solidify Digg’s position at the top of the tech news food chain. Once you have an easy API, and hundreds of apps plugging in, there’s really no way for the competition to catch you.
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Neben den durch User programmierte Programme besteht nun aber auch für Firmen die Möglichkeit mit Hilfe der API so genannte Mash Ups zu entwickeln oder eigene Widgets bereitzustellen, die den Firmen helfen sich selbst zu promoten. Die Widgets haben meist eine besondere Funktion auf Grund derer sie eingesetzt werden und verweisen dann auf die Seiten der Widget-Schöpfer. Schönes Beispiel:
iLike. Durch das einbinden des Widgets können User ihren Musikgeschmack preisgeben, welche Konzerte sie besuchen und so weiter, alles was mit Musik zu tun hat. Befreundete iLike-Widget-User sehen dann sofort welche Freunde auch auf das Konzert gehen möchten. Die User finden das Widgets hip und nützlich, setzen es ein und die Seite
iLike.com wird dadurch promotet.
Ein weiteres schönes Beispiel ist
Fmail mit dessen Hilfe man aus Facebook auf seinen
GMail Account zugreifen kann.
Auf diese Weise haben die Firmen was davon (mehr Aufmerksamkeit und Besucher), die User (nützliche Funktionen) und Facebook (zufriedene User und dadurch auch neue User). Ein
Report von Compete hat gezeigt, dass das enorme Wachstum von Facebook zu
37% auf das öffnen der Platform zurückzuführen ist.
Dennoch hat die Medaille auch eine Kehrseite. Durch das öffnen der APIs entstehen potentielle Gefahren. So entstand z.B. bei GMail ein
Bug durch den alle Kontakte ausgelesen werden können und die Möglichkeit bestand alle ungelesenen Mails an einen separaten Mailaccount weiterzuschicken. Solche Probleme stellen ein ernstes Problem dar, da es Hackern dadurch erleichtert wird an persönliche Daten zu kommen. Insbesondere in Fällen wie Facebook, die besonders viel Wert auf die Authentizität der Daten legen.
Nichtsdestotrotz scheint eine offene API ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum Erfolg zu sein und weiterhin werden viele Unternehmen diesen Weg einschlagen. Die zusätzliche Funktionalität, die durch externe Widgets entsteht lässt geschlossene Seiten oft alt aussehen. Daher: Open up - der Weg zum Erfolg!