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Crowdsourcing - High Quality for Peanuts?By Cornelius Scholz![]() Warum ist CrowdSourcing (für manche) interessant? Die unternehmerische Landschaft hat sich die letzten Jahre stark verändert. War es zeitweise der sichere Schlüssel zum Erfolg Economies of Scale und Scope zu erzielen, führte dies zu großen, trägen, bürokratie-gebremsten Firmen-Giganten. Alsbald stellte man fest, dass der Kunde begann Ansprüche zu stellen, wodurch die Massenproduktion an Attraktivität verlor. Weiterhin öffneten sich die Binnen-Märkte dem weltweiten Handel und die Firmen sahen sich dem globalen Wettbewerb gegenüber. Das zwang die Firmen dazu schnell und flexibel auf Wettbewerb und Kundenwünsche reagieren zu können. Bald reagierten die Firmen mit Outsourcing, Projektorganisation und virtuellen Teams um die Unternehmen flach und flexibel zu halten. Aber auch diese Organisationsformen kosten viel Geld. Was wäre, wenn man manche Prozesse umsonst verrichten lassen könnte? Insbesondere mit dem Aufkommen des Internetzeitalters und dem Web 2.0 wurde ein neues Prinzip entdeckt, das quasi kostenlose Arbeitsleistung ermöglicht. Plötzlich konnte man die breite Masse effizient erreichen und nicht nur das, man konnte mit der breiten Massen in einen Dialog treten und noch viel besser: Die breite Masse konnte untereinander in einen Dialog treten. Die Grundsteine für das CrowdSourcing waren gelegt. Natürlich funktioniert das ganze nicht ganz so märchenhaft wie oben postuliert (kostenlose, qualitativ hochwertige Arbeitsleistung), aber an den richtigen Stellen eingesetzt hat CrowSourcing in der heutigen Unternehmenslandschaft Potential und damit eine Berechtigung. Wie muss man sich das vorstellen? Wikipedia (selbst ein Beispiel für Crowdsourcing) beschreibt das ganze so: ”Crowdsourcing is [...] the act of taking a task traditionally performed by an employee or contractor, and outsourcing it to an undefined, generally large group of people, in the form of an open call”. Anstatt also Tasks auszuschreiben und an Drittfirmen auszulagern wird die Aufgabe an die breite Masse gestellt. Die breite Masse versucht dann das Problem zu lösen. Aber warum tut die breite Masse das? Manchmal ist es so, dass die Firmen für die Lösung der Aufgabe ein Honorar in Aussicht stellen. Wird die Aufgabe mit einem gewissen Qualitätsstandard gelöst, wird also Geld an die Person oder beteiligten Personen ausgeschüttet, die an der Lösung maßgeblich beteiligt waren. Manchmal aber handelt die Masse auch aus einer intrinsischen Motivation heraus (sozusagen aus sich selbst heraus, nicht aus materiellen Motiven) und löst die Aufgabe unentgeltlich. Solche Motivationen können z.B. Spass am Lösen der Aufgabe oder der Wunsch nach Verbesserung eines Produktes sein. Vorteile für die Firmen sind dabei, dass die Aufgabe umsonst oder zumindest meist günstiger gelöst wird als von Drittfirmen, die Ausschüttungen nur anfallen, wenn die Aufgabe auch wirklich gelöst wird und unter Umständen Wissen genutzt wird, das in der Firma garnicht vorhanden ist. Zudem ist das Konzept besonders geeignet für kreative Tasks bei denen der Geschmack der Masse getroffen werden muss (customer demands). So kann es z.B. sein, dass ein einziger Teilnehmer Wissen hat, das notwendig ist die Aufgabe zu lösen, das in der Firma niemand besitzt, oder dass viele Teilnehmer kollektiv eine Lösung erarbeiten, die besser ist, als jede, die ein einzelner (oder einzelnes Unternehmen) hätte entwickeln können. Im letzten Fall spricht man von Schwarmintelligenz oder Weisheit der Massen. Prima. Wie kann ich loslegen? Eine Möglichkeit für Firmen wäre z.B. sich der Seite InnoCentive.com zu bedienen. Hier können Firmen sich einschreiben und finanzielle Anreize für die Lösung der Probleme ausschreiben. Nach Angaben von Innocentive kann man damit “[...] thousands of Solvers - scientists, inventors, engineers, business people and research organizations [ - ]” erreichen. Am Ende wird aus den Ideen ausgewählt und nur die beste Idee erhält den Geldbetrag. Gleichermaßen können sich hier die “Löser” anmelden und im Falle der besten Idee das Geld einstreichen. Ein Beispiele für Crowdsourcing Ein schönes Beispiel ist die Seite Marcetocracy.com. Hier kann sich jeder anmelden und mit einem virtuellen Startkapital von 1.000.000 USD an der Börse handeln. Marcetoracy überwacht die Transaktionen und beobachtet die Investmentstrategien. Stellt sich eine als besonders erfolgreich heraus lässt Marcetocracy Capital Management diese Strategie in ihre realen Fondstransaktionen einfließen und der virtuelle Händler wird belohnt. Der Fonds der durch die Weisheit der Massen beeinflusst wird ist real als Geldanlage zu erwerben und soll ein geringeres Beta haben (also ein geringeres Risiko) als der S&P 500 und zugleich eine höhere Rendite. Ein schönes Beispiel für Crowdsourcing und ein interessantes Projekt für Finanzexperten, die sich für die Informationseffizienz der Märkte interessieren. Ein anderes Beispiel ist die Bookmarking Community Mister-Wong.de die ein neues Logo gebraucht haben. Auf das beste Logo wurde einfach eine Prämie ausgeschrieben woraufhin 1800 Logovorschläge eingeschickt wurden. Getreu des Crowsourcing Paradigmas durften wiederum die Mister-Wong Mitglieder die besten 12 wählen. Danach bestimmte eine Jury die besten drei aus denen der Betreiber sich dann das beste aussuchen konnte. Vorsicht ist dennoch geboten! So schön es klingt sozusagen das gebündelte Wissen tausender Individuen zu nutzen, auch dies ist mit Vorsicht zu genießen. Zum Beispiel bei der Wahl eines neuen Logos muss man aufpassen, dass der Designer nicht ein altes Logo gewählt hat und nur den Namensschriftzu verändert hat um Chancen auf das Geld zu haben bei möglichst wenig Arbeit. Zudem werden die Teilnehmer nur ein begrenztes Involvement entwickeln, da es ihnen mehr um das Geld geht als um hohe Qualität. Eines der größten Probleme kommt allerdings erst nach der Wahl für die beste Lösung auf: Mit der Wahl für eine Lösung entscheidet sich die Firma auch für eine Person oder Gruppe mit der sie zusammenarbeiten muss um das Projekt zu beenden. Über die Einsender der Vorschläge ist bis dahin aber kaum etwas bekannt! Nicht selten scheint es unmöglich mit den Gewinnern zusammenzuarbeiten, sie verschwinden einfach oder verlangen noch mehr Geld für die Finalisierung der Arbeit. Manchmal sitzen sie auch im Ausland und sprechen gar eine andere Sprache (und kein Englisch). So schreibt Mike McDonald: The appeal of crowdsourcing as an alternative of hiring a designer or design firm is easily understood. Initial costs are dramatically lower, often times more concepts are presented throughout the various stages of the project, and a wide variety of styles are represented. In all the glitz and glamour of crowdsourcing and how much you could potentially receive while offering so little in return, it is also easy to overlook a tried and true pearl of wisdom that applies to any business deal; you often get what you pay for.
Geschrieben am Montag, 10. März 2008
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um
12:55
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Tags für diesen Artikel: crowdsourcing, kollaboration, schwarmintelligenz, two way communication, ugc, user generated content
Open Up - der Weg zum ErfolgBy Cornelius Scholz![]() In letzter Zeit hört man immer öfter Nachrichten, dass Unternehmen Schnittstellen und Quellcode veröffentlichen, oder neue Unternehmen von Anfang an technisch Farbe bekennen. So hat z.B. MySpace letzte Woche angekündigt sich in den nächsten Monaten für Entwickler zu öffnen, was ihr größter Konkurrent Facebook bereits vor einem Jahr gewagt hat. Die Möglichkeit kleine Widgets einzubinden, wie z.B. Slideshows von Slide.com oder Videos von YouTube, besteht schon länger, neu ist allerdings, dass von nun an
Und um zu verhindern, dass eine Art Widget-Overflow ensteht oder technische Probleme übersehen werden plant MySpace eine “sandbox" einzurichten mit etwa zwei Millionen Nutzern, die die Widgets schon testen dürfen bevor sie jedermann der 180 Millionen User eröffnet werden. Aber warum gehen Unternehmen diesen Schritt? Warum öffnet sich Facebook, MySpace und Digg und warum gibt Linden Labs Second Life Code preis? Die Antwort ist relativ einfach: Crowdsourcing und Mash Ups. Durch das öffnen der API (Application Programming Interface = Programmierschnittstelle) ermöglicht man den technisch versierten Usern Programme zu schreiben, die es bisher im Widget-Repertoire noch nicht gibt und diese zu veröffentlichen. Der Clou ist, dass die Programme durch die API auch auf Seiten-Interne Funktionen und Daten zurückgreifen können, so z.B. Kontakt-Daten von Facebook-Buddies. Somit entstehen Programme mit Features an die die Macher der Seiten nicht gedacht haben oder Widgets mit schlicht schönerem Interface (hier ein paar Beispiele für Facebook-Widgets und eine Übersicht über die Google-APIs). Das heißt, die User werden in die Lage versetzt ihre Nachfrage nach Features weitestgehend selbst zu befriedigen und befriedigte Nachfrage heißt Userzufriedenheit. Das kann in der Web 2.0 Welt, wo “critical mass" und “hipness" über Erfolg und Niederlage entscheiden können, entscheidend sein:
Neben den durch User programmierte Programme besteht nun aber auch für Firmen die Möglichkeit mit Hilfe der API so genannte Mash Ups zu entwickeln oder eigene Widgets bereitzustellen, die den Firmen helfen sich selbst zu promoten. Die Widgets haben meist eine besondere Funktion auf Grund derer sie eingesetzt werden und verweisen dann auf die Seiten der Widget-Schöpfer. Schönes Beispiel: iLike. Durch das einbinden des Widgets können User ihren Musikgeschmack preisgeben, welche Konzerte sie besuchen und so weiter, alles was mit Musik zu tun hat. Befreundete iLike-Widget-User sehen dann sofort welche Freunde auch auf das Konzert gehen möchten. Die User finden das Widgets hip und nützlich, setzen es ein und die Seite iLike.com wird dadurch promotet. Ein weiteres schönes Beispiel ist Fmail mit dessen Hilfe man aus Facebook auf seinen GMail Account zugreifen kann. Auf diese Weise haben die Firmen was davon (mehr Aufmerksamkeit und Besucher), die User (nützliche Funktionen) und Facebook (zufriedene User und dadurch auch neue User). Ein Report von Compete hat gezeigt, dass das enorme Wachstum von Facebook zu 37% auf das öffnen der Platform zurückzuführen ist. Dennoch hat die Medaille auch eine Kehrseite. Durch das öffnen der APIs entstehen potentielle Gefahren. So entstand z.B. bei GMail ein Bug durch den alle Kontakte ausgelesen werden können und die Möglichkeit bestand alle ungelesenen Mails an einen separaten Mailaccount weiterzuschicken. Solche Probleme stellen ein ernstes Problem dar, da es Hackern dadurch erleichtert wird an persönliche Daten zu kommen. Insbesondere in Fällen wie Facebook, die besonders viel Wert auf die Authentizität der Daten legen. Nichtsdestotrotz scheint eine offene API ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum Erfolg zu sein und weiterhin werden viele Unternehmen diesen Weg einschlagen. Die zusätzliche Funktionalität, die durch externe Widgets entsteht lässt geschlossene Seiten oft alt aussehen. Daher: Open up - der Weg zum Erfolg! Interview mit Lothar LeonhardBy Kai Hattendorf
Im Horizont (33/2007) ist ein Interview mit Lothar S. Leonhard, Chairman von Ogilvy, über den Einfluss von Kunden auf Markenführung im Web 2.0 Zeitalter zu finden.
Müsste man die Meinung von Herrn Leonhard kurz herauskristallisieren, so könnte man das Ergebnis des Interview reduzieren auf: - es gibt keine Weisheit der Massen - die Positionierung einer Marke muss die Firma selbst erledigen - Blogs dienen nicht dazu den Kunden an der Markenführung zu beteiligen, höchstens als Sprachrohr Und weil's so schöne sind, hier noch zwei Ausschnitte: HORIZONT: Unterschätzen Sie nicht die Weisheit der Masse?
Geschrieben am Samstag, 25. August 2007
in News
um
11:31
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Tags für diesen Artikel: blogs, community, crowdsourcing, schwarmintelligenz, web 2.0, weisheit der massen
Weisheit der Massen?By Bernhard Gold
James Surowiecki hat in seinem Buch "Weisheit der Massen" die These angeführt, dass Gruppen oft schlauer sind als die Gescheitesten in Ihrer Mitte. Der amerikanische Forscher Jaron Lanier bläst seit letztem Jahr zum Generalangriff auf diese These. Für ihn ist die vermeintliche Schwarmintelligenz die Wiederauferstehung der Idee, dass das Kollektiv unfehlbar ist. Und Systeme wie Wikipedia führen seiner Meinung nach nur zu einem alles nivellierenden digitalen Maoismus. Aus meiner Sicht interessanter Gegenstandpunkt in der ganzen Web 2.0-Euphorie.
Die New York University hat unter der Leitung von Professor Jay Rosen eine Plattform ins Netz gestellt, auf der das Thema Wahrheit im Web 2.0 und Crowdsourcing-Verfahren näher behandelt werden. Wer sich hierfür interessiert, die Diskussion ist wirklich spannend: http://zero.newassignment.net
Geschrieben am Sonntag, 15. Juli 2007
in General Posts
um
09:40
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Tags für diesen Artikel: crowdsourcing, digitaler maoismus, schwarmintelligenz, social web, user generated content, web 2.0, weisheit der massen
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