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The Virtual WorkplaceBy Cornelius Scholz
Wie die Entwicklung der letzten Monate zeigt, werden immer mehr Aufgaben, von Privat-Usern gleichermaßen wie von Geschäftsleuten, zunehmend virtuell bearbeitet. Im Moment sind nur die Ansätze einer ubiquitären Virtualisierung zu erkennen, dennoch wollen wir uns heute näher damit beschäftigen.
History Angefangen hat alles mit einer Verlagerung der Kollaboration ins Netz, z.B. per e-Learning (Communities of Practice), Kontaktpflege in Social Networks und Datenaustausch in Projekt-Suiten. Alles klein und fein in bunten zweidimensionalen Interfaces mit AJAX. Es dauerte nicht lange, da entdeckten die Unternehmen diese Form der Zusammenarbeit und begannen das Web 2.0 einzusetzen um die Vorteile zu nutzen und aktuell zu bleiben. Ein paar Monate, Infrastrukturinvestitionen und Entwicklungsstunden später wurden diese Internet-Venues plötzlich dreidimensional oder wurden von solchen ergänzt. Waren diese Welten anfangs überwiegend experimenteller Natur, dauerte es auch hier nicht lange und erste Ideen für die kommerzielle Nutzung entstanden (z.B. Second Life als B2C-Businessplattform). Present Inzwischen ist es so weit, dass die Unternehmen dreidimensionale Welten kollaborativ nutzen, z.B. um Konferenzen oder Meetings abzuhalten zu denen man nichtmehr anreist sondern sich virtuell in einem Raum zusammenfindet. Zu Zeiten, von denen man für Web 2.0 Verhältnisse noch von “früh” sprechen kann, hatten die Experten die Idee diese Welten produktiv einzusetzen, wie ein Conference Paper von Bartlett und Simpson aus dem Jahr 2005 belegt: Imagine walking into work and sitting down for a typical day. You have a major report to finish and several meetings to conduct to get the next project rolling along smoothly. All of your meetings are spread across the world, some with team members verseas and others two floors up in your current building. You login to the Nexus [Anmerkung: Nexus ist das in dem Paper behandelte 3D-Collaborations-Tool] and leave it running in the background. While finalising the report you hear a colleague’s voice attempt to grab your attention from the Nexus. Glancing to the world you see Sarah walking across from the London office portal to your location. She tells you about an important appendix file which was left out of the last version of the report. Walking up to you she pushes her briefcase at you to initiate the file transfer. You thank her and add the file to the report. The report is finished and ready to submit. On the way to the downtown office portal, you pass a colleague on the next project who warns you about potential complications in the client meeting coming up that afternoon. You submit the report to the boss and discuss the details. While downtown, you mention in passing some issues with the next project. Heute ist es so, dass diese “Vision” bereits Realität geworden ist und in manchen Unternehmen praktiziert wird, so zum Beispiel bei SUN Microsystems. MPK20 - Sun's Virtual Workplace MPK20 ist eine von Sun eigens für Kollaboration entwickelte 3D-Welt, in der Angestellte ihre “reale” Arbeit verrichten können, Dokumente sharen und Kollegen treffen können, mit denen sie sich ganz einfach mit ihrer normalen Stimme unterhalten können. MPK20 ist dabei das virtuelle Pendant zum MPK (dem Menlo Park campus), einem realen Campus von Sun, und ergänzt sozusagen das dort fehlende Gebäude 20 dar (daher MPK20). Genau wie auf dem echten Bruder kann man das 20. Gebäude begehen, dort Arbeiten, Leute zufällig treffen, sich unterhalten oder Meetins abhalten. Ein recht unterhaltsames Demo-Video (.mov) gibt eine kurze Einführung in MPK20. Aber warum in 3D? Wissenschaftler haben festgestellt, dass ein häufiges Problem bei Kommunikationsmedien in der geringen Reichhaltigkeit (”richness”) der übertragenen Informationen liegt. So sind Menschen z.B. eher bereit Informationen zu teilen, wenn sie die Personen mit denen sie interagieren sehen können und nicht nur per Mail kommunizieren. Je reichhaltiger die übertragenen Informationen, desto offener die Teilnehmer. So ist etwa telefonieren ein reichhaltigeres Kommunikationsmedium als E-Mail, da in beiden Fällen Sprache (gesprochen bzw. getippt) übertragen wird, im Falle der Telefonie aber zusätzliche Informationen durch Intonation oder Zögern übertragen werden, die in Mails nicht ersichtlich sind. Noch reichhaltiger sind natürlich Videotelefonie bei der zusätzlich noch Stimme und Mimik übertragen wird, knapp hinter dem Meeting, bei dem die volle Bandbreite der menschlichen Kommunikation genutzt werden kann. Eine 3D-Welt, die auf Kollaboration ausgelegt ist, bietet also einen Kompromiss zwischen computergestützter Kommunikation (”computer mediated communication”) und Meetings, da durch die Avatarisierung der Teilnehmer eine Art stellvertretende Bezugsperson geschaffen wird, die im Falle von MPK20 sogar mit ihrer natürlichen Stimme spricht. Es ist also nicht notwendig sich für ein Meeting in einem Raum aufzuhalten (spart die Anreise) und stattdessen günstige digitale Kommunikation zu nutzen und dennoch wird bei dem Meeting durch die Avatare, die die Teilnehmer repräsentieren, eine persönlichere Atmosphäre geschaffen. Zukunftsvisionen Wie man sieht sind die 3D-Welten inzwischen sehr ausgereift und bieten großes Potential Kollegen virtuell zu treffen, die möglicherweise tausende Kilometer weit entfernt sind. Da die Akzeptanz solcher Entwicklungen stark von der Einfachheit der Bedienung und der Media Richness abhängt dürften die Systeme sich in diese Richtung weiterentwickeln. Sprich, einfacher zu bedienen sein (intuitiv bedienbar) und reichhaltiger werden. So wäre etwa denkbar, dass in naher Zukunft auch Mimiken und Gestiken oder gleich das Gesicht auf den Avartar übertragen wird. We shall see.
Geschrieben am Montag, 3. März 2008
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um
13:42
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Tags für diesen Artikel: 3d internet, avatare, community, e-learning, kollaboration, media richness, social networks, virtual worlds, zukunft
e-Learning - the next generation of learningBy Cornelius Scholz![]() Vor geraumer Zeit hat sich der moerfelder.kreis.blog mit dem Thema auseinandergesetzt, wie Firmen sich Web 2.0 zu Nutze machen können. Eine Möglichkeit das Netz oder Web-Techniken zur Produktivitätssteigerung einzusetzen stellt dabei das so genannte e-Learning dar. Wissen ... Heutzutage ist ein oft entscheidender Wettbewerbsfaktor, der über Erfolg oder Misserfolg von Firmen entscheidet, das Know-How, das die Firma angesammelt hat. Wissen, über das die Mitarbeiter verfügen, gewinnt immer mehr an Bedeutung, wird schon längst geistig auf der Asset-Seite verbucht und wird fleißig gesammelt. Mehr und mehr Firmen implementieren Wissensmanagementsysteme (WMS) und aggregieren sämtliche Informationen, die irgendwie von Bedeutung sein könnten. So weit so gut. ... ist ... Was allerdings passiert wenn eine Firma die “Weltformel” im Keller hat, keiner aber weiß, dass sie da ist, geschweige denn, wie man sie einsetzt? Nichts. Entscheidend für das realisieren von Wettbewerbsvorteilen durch Wissen ist nicht die Informationen in einem Wiki oder eine WMS zu sammeln und ungenutzt versauern zu lassen, sondern sie adäquat zur Verfügung zu stellen und den Mitarbeitern zu vermitteln. ... Macht Hier kommt das e-Learning ins Spiel. Gerade, da die Informationen in WMS in digitalisierter Form vorliegen, bietet es sich an die Informationen entsprechend für das e-Learning aufzubereiten. Aufbereitet und multimedial ergänzt kann das Wissen dann allen im Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Diese können dann, üblicherweise im Selbststudium, den Wissensstand via des Lernsystems verbessern. Eine gute Möglichkeit die Mitarbeiter zu unterstützen und in manchen Themengebieten auf “Mindest-Wissens-Niveaus” zu bringen, insbesondere dann, wenn es sich um Projektteams handelt, die nicht an einem gemeinsamen Standort arbeiten. Der Unterschied zum reinen WMS ist hier, dass WMSs normal nach dem Pull-Prinzip verwendet werden, das heißt, der Mitarbeiter hat ein Problem und sucht im Idealfall im WMS ob denn das gleiche Problem schon einmal aufgetreten ist, gelöst wurde und der Work-Around im WMS abgelegt wurde. E-Learning dagegen basiert eher auf dem Push-Prinzip. Denkbar wäre z.B., dass bestimmte Themen als Basics festgelegt werden und diese dann dem Mitarbeiter per e-Learning vermittelt werden. Auf diese Weise könnten Probleme, die antizipiert werden können (weil klar ist, dass jeder neue Mitarbeiter sie durchlebt), vermieden werden. Natürlich wäre dies auch durch Schulungen realisierbar, doch diese dürften im Einzelfall deutlich teurer sein, als den Mitarbeiter zu 5 Stunden e-Learning pro Woche zu verpflichten. Was muss man sich drunter vorstellen? E-Learning ist in sehr vielen Formen denkbar. So können Inhalte per Video hinterlegt werden, es können Wikis geführt werden mit entsprechend aufbereiteten Inhalten und Bildern, Schulungen können via Video-Konferenz abgehalten, Gesprochenes via PodCast verbreitet werden oder eine Mischung aus alldem. Der Mitarbeiter sitzt an seinem PC, dank Internet egal wo, und bildet sich fort. Dabei muss er aber nicht alleine sein! Ganz nach dem Web2.0-Credo wird das e-Learning oft durch interne Wissens-Communities, so genannte “Communities of Practice”, unterstützt, in denen Fachleute sich austauschen können, Beiträge kommentiert und Fragen gestellt werden können. Auf diese Weise treten die Mitarbeiter in einen Dialog mit dem Unternehmen und Experten und erleben eine ganz andere Lernerfahrung als durch das Buch aus der Bibliothek. Das Wissen wird greifbarer, interessanter und wenn doch Fragen aufkommen sucht man nicht das nächste Buch, das die Thematik verständlicher erklärt sondern tritt in einen Dialog mit anderen. Das führt dazu, dass die Mitarbeiter meist deutlich motivierter sind und sich wohler fühlen ... und zufriedene Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter. E-Learning bringt also einige gewichtige Vorteile mit sich. Auf elearning-zentrum.de findet sich eine Liste von Vorteilen des e-Learnings, die zeigt, warum e-Learning ein sehr ernstzunehmendes Instrument darstellt um Mitarbeiter weiterzubilden. Ein paar dieser Vorteile stechen besonders ins Auge und verdeutlichen, warum e-Learning in Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt, unter anderem: - multimedial präsentierte Inhalte werden häufig besser aufgenommen als nur gelesene - das Wissen vielen Leuten zugänglich zu machen wird deutlich erleichtert gegenüber “herkömmlichen” Methoden - die Mitarbeiter können gemeinsam lernen - die Lerninhalte lassen sich schnell ändern oder kombinieren - zeitliche und örtliche Unabhängigkeit - e-Learning kann kostengünstiger realisiert werden als Schulungen Verbreitung Diese Vorteile und auch eine verhältnismäßig einfache Implementierung von e-Learning-Portalen sind der Grund, warum e-Learning immer mehr an Bedeutung gewinnt. Zwar sind Präsenzschulungen laut einer Studie von COGNOS im Jahre 2001, die beliebteste Lernform, dies sei aber laut der Studie sehr stark auf nicht vorhandenes Wissen der Mitarbeiter über e-Learning zurückzuführen. Eine andere Studie aus dem Jahr 2003 zeigt, dass damals in Irland bereits 44% der Unternehmen in irgendeiner Form e-Learning einsetzten, obgleich die Effektivität dieser Maßnahmen geringer eingeschätzt wurde als die klassischer Methoden: Sehr stark hängt der Anteil der Unternehmen, die e-Learning einsetzen, dabei von der Unternehmensgröße ab, wie eine Studie des MMB im Jahr 2006 in Deutschland belegt. Hatten insgesamt nur 20% der KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) angegeben, dass sie e-Learning nutzen, beantworteten 41% der Unternehmen über 1000 Mitarbeiter diese Frage mit ja. Dies hängt wohl in erster Linie damit zusammen, dass größere Unternehmen meist mehr als einen Standort haben (17% der Unternehmen mit einem Standort aber 41% der Unternehmen mit mehr als fünf Standorten nutzen e-Learning). Was lernen wir daraus? Der Trend scheint dahin zu gehen, dass der Einsatz von e-Learning zunehmen wird. Dennoch ist e-Learning nie ein vollständiger Ersatz für Präsenzstudien sondern muss vielmehr als eine sinnvolle Ergänzung gesehen werden. Es sind zwar durchaus Thematiken denkbar die allein durch e-Learning vermittelt werden können - insbesondere im IT-Bereich - dennoch ist es unwahrscheinlich, dass traditionelle Formen der Schulung verdrängt werden. Die Vorteile des e-Learnings sollten jedoch nicht unterschätzt werden und auch für KMU lohnt sich ein Befassen mit dem Thema sicherlich.
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