Viele Leser dieses Blogs werden den Urvater
SETI@Home oder den Nachfolger
BOINC kennen. Kleine Softwarepakete, die dazu dienen rechenaufwendige Prozesse an Computer zu delegieren, deren Prozessorleistung häufig nicht wirklich ausgenutzt wird. Brachliegende Rechenleistung wird dann einfach einem "guten Zweck" zugeführt, beispielsweise dem Errechnen komplexer Moleküle.
Eine ganz neue lustig anmutende aber zugleich ernste Idee hat Elizabeth Cochran, Seismologie-Expertin an der University of California. Die meisten Notebooks sind heutzutage mit so genannten Motion-Sensors ausgestattet, Beschleunigungssensoren, die in erster Linie dazu dienen, die auf dem Notebook gespeicherten Daten zu schützen. Melden die Sensoren eine hohe Beschleunigung oder erkennen, dass das Notebook sich in freiem Fall befindet, werden die Lese-/Schreibköpfe der Festplatten automatisch in Parkposition gefahren um ein Aufschlagen des Kopfes auf die Platte zu verhindern.
Da diese Sensoren auch von Software ansprechbar sind, möchte Cochran
diese Sensoren als Erdbebenerkennungssystem nutzen. Würden viele Nutzer registriert sein und ein paar davon gleichzeitig ähnliche verdächtige Schwingungen zurückmelden (Chochrane spricht von etwa 10) wäre das System theoretisch in der Lage seismische Schwingungen als solche zu erkennen und eine Warnungsmeldung zu erzeugen. Damit bliebe den Menschen in großen Städten theoretisch 10 - 20 Sekunden nach der Meldung um in Deckung zu gehen.
Größtes Problem ist, zu unterscheiden, wann eine Schwingung ein Erdbeben ist oder in der Nähe eines Büro mit 10 Teilnehmern arbeitender Presslufthammer. Bekommt man dies in den Griff, durch statistische Methoden oder Techniken wie Ortung der Laptops (wenn 10 Laptops melden und im gleichen Gebäude stehen dürfte es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein anderer Grund sein), könnte sich das ganze zu einer unter Umständen lebenserhaltenden Idee entwickeln.