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Das zwang die Firmen dazu schnell und flexibel auf Wettbewerb und Kundenwünsche reagieren zu können. Bald reagierten die Firmen mit Outsourcing, Projektorganisation und virtuellen Teams um die Unternehmen flach und flexibel zu halten. Aber auch diese Organisationsformen kosten viel Geld. Was wäre, wenn man manche Prozesse umsonst verrichten lassen könnte? Insbesondere mit dem Aufkommen des Internetzeitalters und dem Web 2.0 wurde ein neues Prinzip entdeckt, das quasi kostenlose Arbeitsleistung ermöglicht. Plötzlich konnte man die breite Masse effizient erreichen und nicht nur das, man konnte mit der breiten Massen in einen Dialog treten und noch viel besser: Die breite Masse konnte untereinander in einen Dialog treten. Die Grundsteine für das CrowdSourcing waren gelegt. Natürlich funktioniert das ganze nicht ganz so märchenhaft wie oben postuliert (kostenlose, qualitativ hochwertige Arbeitsleistung), aber an den richtigen Stellen eingesetzt hat CrowSourcing in der heutigen Unternehmenslandschaft Potential und damit eine Berechtigung. Wie muss man sich das vorstellen? Wikipedia (selbst ein Beispiel für Crowdsourcing) beschreibt das ganze so: ”Crowdsourcing is [...] the act of taking a task traditionally performed by an employee or contractor, and outsourcing it to an undefined, generally large group of people, in the form of an open call”. Anstatt also Tasks auszuschreiben und an Drittfirmen auszulagern wird die Aufgabe an die breite Masse gestellt. Die breite Masse versucht dann das Problem zu lösen. Aber warum tut die breite Masse das? Manchmal ist es so, dass die Firmen für die Lösung der Aufgabe ein Honorar in Aussicht stellen. Wird die Aufgabe mit einem gewissen Qualitätsstandard gelöst, wird also Geld an die Person oder beteiligten Personen ausgeschüttet, die an der Lösung maßgeblich beteiligt waren. Manchmal aber handelt die Masse auch aus einer intrinsischen Motivation heraus (sozusagen aus sich selbst heraus, nicht aus materiellen Motiven) und löst die Aufgabe unentgeltlich. Solche Motivationen können z.B. Spass am Lösen der Aufgabe oder der Wunsch nach Verbesserung eines Produktes sein. Vorteile für die Firmen sind dabei, dass die Aufgabe umsonst oder zumindest meist günstiger gelöst wird als von Drittfirmen, die Ausschüttungen nur anfallen, wenn die Aufgabe auch wirklich gelöst wird und unter Umständen Wissen genutzt wird, das in der Firma garnicht vorhanden ist. Zudem ist das Konzept besonders geeignet für kreative Tasks bei denen der Geschmack der Masse getroffen werden muss (customer demands). So kann es z.B. sein, dass ein einziger Teilnehmer Wissen hat, das notwendig ist die Aufgabe zu lösen, das in der Firma niemand besitzt, oder dass viele Teilnehmer kollektiv eine Lösung erarbeiten, die besser ist, als jede, die ein einzelner (oder einzelnes Unternehmen) hätte entwickeln können. Im letzten Fall spricht man von Schwarmintelligenz oder Weisheit der Massen. Prima. Wie kann ich loslegen? Eine Möglichkeit für Firmen wäre z.B. sich der Seite InnoCentive.com zu bedienen. Hier können Firmen sich einschreiben und finanzielle Anreize für die Lösung der Probleme ausschreiben. Nach Angaben von Innocentive kann man damit “[...] thousands of Solvers - scientists, inventors, engineers, business people and research organizations [ - ]” erreichen. Am Ende wird aus den Ideen ausgewählt und nur die beste Idee erhält den Geldbetrag. Gleichermaßen können sich hier die “Löser” anmelden und im Falle der besten Idee das Geld einstreichen. Ein Beispiele für Crowdsourcing Ein schönes Beispiel ist die Seite Marcetocracy.com. Hier kann sich jeder anmelden und mit einem virtuellen Startkapital von 1.000.000 USD an der Börse handeln. Marcetoracy überwacht die Transaktionen und beobachtet die Investmentstrategien. Stellt sich eine als besonders erfolgreich heraus lässt Marcetocracy Capital Management diese Strategie in ihre realen Fondstransaktionen einfließen und der virtuelle Händler wird belohnt. Der Fonds der durch die Weisheit der Massen beeinflusst wird ist real als Geldanlage zu erwerben und soll ein geringeres Beta haben (also ein geringeres Risiko) als der S&P 500 und zugleich eine höhere Rendite. Ein schönes Beispiel für Crowdsourcing und ein interessantes Projekt für Finanzexperten, die sich für die Informationseffizienz der Märkte interessieren. Ein anderes Beispiel ist die Bookmarking Community Mister-Wong.de die ein neues Logo gebraucht haben. Auf das beste Logo wurde einfach eine Prämie ausgeschrieben woraufhin 1800 Logovorschläge eingeschickt wurden. Getreu des Crowsourcing Paradigmas durften wiederum die Mister-Wong Mitglieder die besten 12 wählen. Danach bestimmte eine Jury die besten drei aus denen der Betreiber sich dann das beste aussuchen konnte. Vorsicht ist dennoch geboten! So schön es klingt sozusagen das gebündelte Wissen tausender Individuen zu nutzen, auch dies ist mit Vorsicht zu genießen. Zum Beispiel bei der Wahl eines neuen Logos muss man aufpassen, dass der Designer nicht ein altes Logo gewählt hat und nur den Namensschriftzu verändert hat um Chancen auf das Geld zu haben bei möglichst wenig Arbeit. Zudem werden die Teilnehmer nur ein begrenztes Involvement entwickeln, da es ihnen mehr um das Geld geht als um hohe Qualität. Eines der größten Probleme kommt allerdings erst nach der Wahl für die beste Lösung auf: Mit der Wahl für eine Lösung entscheidet sich die Firma auch für eine Person oder Gruppe mit der sie zusammenarbeiten muss um das Projekt zu beenden. Über die Einsender der Vorschläge ist bis dahin aber kaum etwas bekannt! Nicht selten scheint es unmöglich mit den Gewinnern zusammenzuarbeiten, sie verschwinden einfach oder verlangen noch mehr Geld für die Finalisierung der Arbeit. Manchmal sitzen sie auch im Ausland und sprechen gar eine andere Sprache (und kein Englisch). So schreibt Mike McDonald: The appeal of crowdsourcing as an alternative of hiring a designer or design firm is easily understood. Initial costs are dramatically lower, often times more concepts are presented throughout the various stages of the project, and a wide variety of styles are represented. In all the glitz and glamour of crowdsourcing and how much you could potentially receive while offering so little in return, it is also easy to overlook a tried and true pearl of wisdom that applies to any business deal; you often get what you pay for.
Geschrieben am Montag, 10. März 2008
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Tags für diesen Artikel: crowdsourcing, kollaboration, schwarmintelligenz, two way communication, ugc, user generated content
The Virtual WorkplaceBy Cornelius Scholz
Wie die Entwicklung der letzten Monate zeigt, werden immer mehr Aufgaben, von Privat-Usern gleichermaßen wie von Geschäftsleuten, zunehmend virtuell bearbeitet. Im Moment sind nur die Ansätze einer ubiquitären Virtualisierung zu erkennen, dennoch wollen wir uns heute näher damit beschäftigen.
History Angefangen hat alles mit einer Verlagerung der Kollaboration ins Netz, z.B. per e-Learning (Communities of Practice), Kontaktpflege in Social Networks und Datenaustausch in Projekt-Suiten. Alles klein und fein in bunten zweidimensionalen Interfaces mit AJAX. Es dauerte nicht lange, da entdeckten die Unternehmen diese Form der Zusammenarbeit und begannen das Web 2.0 einzusetzen um die Vorteile zu nutzen und aktuell zu bleiben. Ein paar Monate, Infrastrukturinvestitionen und Entwicklungsstunden später wurden diese Internet-Venues plötzlich dreidimensional oder wurden von solchen ergänzt. Waren diese Welten anfangs überwiegend experimenteller Natur, dauerte es auch hier nicht lange und erste Ideen für die kommerzielle Nutzung entstanden (z.B. Second Life als B2C-Businessplattform). Present Inzwischen ist es so weit, dass die Unternehmen dreidimensionale Welten kollaborativ nutzen, z.B. um Konferenzen oder Meetings abzuhalten zu denen man nichtmehr anreist sondern sich virtuell in einem Raum zusammenfindet. Zu Zeiten, von denen man für Web 2.0 Verhältnisse noch von “früh” sprechen kann, hatten die Experten die Idee diese Welten produktiv einzusetzen, wie ein Conference Paper von Bartlett und Simpson aus dem Jahr 2005 belegt: Imagine walking into work and sitting down for a typical day. You have a major report to finish and several meetings to conduct to get the next project rolling along smoothly. All of your meetings are spread across the world, some with team members verseas and others two floors up in your current building. You login to the Nexus [Anmerkung: Nexus ist das in dem Paper behandelte 3D-Collaborations-Tool] and leave it running in the background. While finalising the report you hear a colleague’s voice attempt to grab your attention from the Nexus. Glancing to the world you see Sarah walking across from the London office portal to your location. She tells you about an important appendix file which was left out of the last version of the report. Walking up to you she pushes her briefcase at you to initiate the file transfer. You thank her and add the file to the report. The report is finished and ready to submit. On the way to the downtown office portal, you pass a colleague on the next project who warns you about potential complications in the client meeting coming up that afternoon. You submit the report to the boss and discuss the details. While downtown, you mention in passing some issues with the next project. Heute ist es so, dass diese “Vision” bereits Realität geworden ist und in manchen Unternehmen praktiziert wird, so zum Beispiel bei SUN Microsystems. MPK20 - Sun's Virtual Workplace MPK20 ist eine von Sun eigens für Kollaboration entwickelte 3D-Welt, in der Angestellte ihre “reale” Arbeit verrichten können, Dokumente sharen und Kollegen treffen können, mit denen sie sich ganz einfach mit ihrer normalen Stimme unterhalten können. MPK20 ist dabei das virtuelle Pendant zum MPK (dem Menlo Park campus), einem realen Campus von Sun, und ergänzt sozusagen das dort fehlende Gebäude 20 dar (daher MPK20). Genau wie auf dem echten Bruder kann man das 20. Gebäude begehen, dort Arbeiten, Leute zufällig treffen, sich unterhalten oder Meetins abhalten. Ein recht unterhaltsames Demo-Video (.mov) gibt eine kurze Einführung in MPK20. Aber warum in 3D? Wissenschaftler haben festgestellt, dass ein häufiges Problem bei Kommunikationsmedien in der geringen Reichhaltigkeit (”richness”) der übertragenen Informationen liegt. So sind Menschen z.B. eher bereit Informationen zu teilen, wenn sie die Personen mit denen sie interagieren sehen können und nicht nur per Mail kommunizieren. Je reichhaltiger die übertragenen Informationen, desto offener die Teilnehmer. So ist etwa telefonieren ein reichhaltigeres Kommunikationsmedium als E-Mail, da in beiden Fällen Sprache (gesprochen bzw. getippt) übertragen wird, im Falle der Telefonie aber zusätzliche Informationen durch Intonation oder Zögern übertragen werden, die in Mails nicht ersichtlich sind. Noch reichhaltiger sind natürlich Videotelefonie bei der zusätzlich noch Stimme und Mimik übertragen wird, knapp hinter dem Meeting, bei dem die volle Bandbreite der menschlichen Kommunikation genutzt werden kann. Eine 3D-Welt, die auf Kollaboration ausgelegt ist, bietet also einen Kompromiss zwischen computergestützter Kommunikation (”computer mediated communication”) und Meetings, da durch die Avatarisierung der Teilnehmer eine Art stellvertretende Bezugsperson geschaffen wird, die im Falle von MPK20 sogar mit ihrer natürlichen Stimme spricht. Es ist also nicht notwendig sich für ein Meeting in einem Raum aufzuhalten (spart die Anreise) und stattdessen günstige digitale Kommunikation zu nutzen und dennoch wird bei dem Meeting durch die Avatare, die die Teilnehmer repräsentieren, eine persönlichere Atmosphäre geschaffen. Zukunftsvisionen Wie man sieht sind die 3D-Welten inzwischen sehr ausgereift und bieten großes Potential Kollegen virtuell zu treffen, die möglicherweise tausende Kilometer weit entfernt sind. Da die Akzeptanz solcher Entwicklungen stark von der Einfachheit der Bedienung und der Media Richness abhängt dürften die Systeme sich in diese Richtung weiterentwickeln. Sprich, einfacher zu bedienen sein (intuitiv bedienbar) und reichhaltiger werden. So wäre etwa denkbar, dass in naher Zukunft auch Mimiken und Gestiken oder gleich das Gesicht auf den Avartar übertragen wird. We shall see.
Geschrieben am Montag, 3. März 2008
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13:42
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Tags für diesen Artikel: 3d internet, avatare, community, e-learning, kollaboration, media richness, social networks, virtual worlds, zukunft
Web Applications - vom PC ins Netz und wieder zurückBy Cornelius Scholz![]() Seit einiger Zeit ist der Trend zu beobachten, dass mehr und mehr Arbeitsvorgänge, die bisher auf dem PC des Users lokal verrichtet wurden, nun online erledigt werden können. Im Jahre 1 BW (Before Web 2.0) Früher war die Welt recht simpel gestrickt. Der Hobbyautor mit der Aufgabe, einen kleinen Artikel für ein Provinzblatt zu schreiben, hatte früher sein Textbearbeitungsprogramm und ein Bildbearbeitungsprogramm lokal auf seinem Rechner installiert, erledigte die Arbeit offline und sandte den fertigen Artikel an den Verleger. Es war die Aufgabe des Autors den Artikel zu schreiben, sich um Versionierung und Backups zu kümmern und dem Verleger vielleicht ab und an einen Draft zukommen zu lassen. Bild: Microsoft Word 2004 für Mac Ein typischer Arbeitsablauf sah in etwa so aus: 1. PC anwerfen 2. Textbearbeitungsprogramm starten schreiben anfangen 3. nebenher im Browser recherchieren 4. regelmäßig den Text speichern (Versionierung per Name: Text_0.2.txt ) 5. regelmäßige Backups auf den USB-Stick 6. dem Chef ab und an die letzte Version zukommen lassen 7. via E-Mail dem Text mit Hilfe eines Experten den letzten Feinschliff verpassen 8. Endgültige Version mailen Vom Jahre 1 AW bis heute (Anno Web 2.0) Mit dem Aufkommen der schönen neue Web 2.0 Welt und Techniken wie AJAX begann sich der normale Arbeitsablauf (zumindest für manche) grundlegend zu verändern. Es gibt kaum einen Vorgang, für den früher Offlinesoftware gekauft werden musste, der heute nicht fast adäquat oder gar produktiver mit Hilfe von Pendants im Netz erledigt werden kann. Das schreiben erfolgt im Browser in einer Online Office Suite, der Text wird mit dem Chef “gesharet”, die Engültige Version wird am Ende einfach runtergeladen. Bild: writer.zoho.com Online-Schreibprogramm Der neue typische Arbeitsablauf: 1. PC anwerfen 2. Browser starten und in eine Inline Office Suite einloggen 3. in weiteren Tabs recherchieren 4. Versionierung wird automatisch erledigt 5. Backups werden automatisch erledigt (der ängstliche Autor lädt sich vielleicht noch ab und zu ein Backup auf den Rechner) 6. das Dokument für den Chef freigeben 7. Das Dokument gemeinsam mit dem Experten zeitgleich bearbeiten 8. Chef läd Dokument runter Es gibt viele Gründe, warum inzwischen einige Aufgaben gerne online erledigt werden, wie schon das Beispiel oben zeigt. Zum Beispiel ist es ein großer Vorteil, wenn man zeitgleich an einem Dokument arbeiten kann und in Echtzeit die Änderungen verfolgen kann, die ein Kollege an einem Dokument vornimmt. Aber auch schon die Möglichkeit Kollegen einfach Einblick in das Dokument zu gewähren ist eine großartige Möglichkeit. Die Versionierung und Backups, die manche Office Suiten vornehmen sind ein wunderbarer Vorteil gegenüber der manuellen Datensicherung. Hinzukommen ergänzende Angebote wie die Möglichkeit Terminkalender und Kontakte freizugeben (ohne teuren Exchange-Server) und so die Kommunikation wesentlich effizienter zu gestalten. Dabei sind die meisten der Services sogar kostenfrei oder die Software frei verfügbar, wie z.B. die Open XChange Community Edition. Der Trend geht sogar so weit, dass einfach das ganze Betriebssystem im Internet dargestellt wird. Der User bezieht sozusagen seinen eigenen virtuellen Desktop, den er nach belieben wie einen offline-Desktop gestalten kann. Vor kurzem zum Beispiel ging Cloudo in private Alpha, ein (fast) vollständiges Betriebssystem im Internet mit der Möglichkeit von jedem PC (oder auch Mobiltelefon) aus zu arbeiten, Dokumente automatisch zu synchronisieren und auf Wunsch mit anderen Usern zu sharen und gemeinsam zu bearbeiten. Bild: Cluedo.com - Guided Tour Leider sind natürlich auch Nachteile zu bedenken, wie zum Beispiel Sicherheitsaspekte, die Verfügbarkeit der Services oder das “Bottle Neck” Internet, denn auf einem PC eine große Datei physisch zu speichern dürfte in den meisten Fällen schneller gehen als diese über's Netz schicken zu müssen (besonders, wenn man von dem Feature des mobilen Arbeitens mit dem Handy angetan ist). Weiterhin gibt der User einige Vorteile auf wie zum Beispiel Terminhinweise, wenn obwohl der Browser geschlossen wurde, die Möglichkeit unterwegs ohne Internet zu arbeiten oder Drag and Drop zwischen verschiedenen Programmen. Trend Die oben genannten Nachteile sind nur ein paar der Gründe, warum Kevin Lynch von Adobe Systems davon ausgeht, dass die Firmen vom “wir kollaborieren online”-Trip wieder zurückrudern zu Offline-Applications. Jedoch, wie Lynch denkt, zu Browser-Offline-Applications. Adobe AIR z.B. ist ein Konzept, das die Vorteile des Offlinearbeitens mit den Vorteilen des Onlinearbeitens verbindet. So kann der User online wie offline alle AIR-basierten Anwendungen plattformunabhängig (bzw. auf jeder AIR-kompatiblen Plattform) nutzen. Auch Google hat dies bereits erkannt und geht mit Google Gears ins Rennen, das Browser-Applikationen das offline speichern von Daten erlaubt. Wie immer in unserem Web 2.0 Metier geht der Trend also Richtung Mischformen, die das beste von allem verbinden. Ich freue mich auf die ausgereiften Anwendungen. e-Learning - the next generation of learningBy Cornelius Scholz![]() Vor geraumer Zeit hat sich der moerfelder.kreis.blog mit dem Thema auseinandergesetzt, wie Firmen sich Web 2.0 zu Nutze machen können. Eine Möglichkeit das Netz oder Web-Techniken zur Produktivitätssteigerung einzusetzen stellt dabei das so genannte e-Learning dar. Wissen ... Heutzutage ist ein oft entscheidender Wettbewerbsfaktor, der über Erfolg oder Misserfolg von Firmen entscheidet, das Know-How, das die Firma angesammelt hat. Wissen, über das die Mitarbeiter verfügen, gewinnt immer mehr an Bedeutung, wird schon längst geistig auf der Asset-Seite verbucht und wird fleißig gesammelt. Mehr und mehr Firmen implementieren Wissensmanagementsysteme (WMS) und aggregieren sämtliche Informationen, die irgendwie von Bedeutung sein könnten. So weit so gut. ... ist ... Was allerdings passiert wenn eine Firma die “Weltformel” im Keller hat, keiner aber weiß, dass sie da ist, geschweige denn, wie man sie einsetzt? Nichts. Entscheidend für das realisieren von Wettbewerbsvorteilen durch Wissen ist nicht die Informationen in einem Wiki oder eine WMS zu sammeln und ungenutzt versauern zu lassen, sondern sie adäquat zur Verfügung zu stellen und den Mitarbeitern zu vermitteln. ... Macht Hier kommt das e-Learning ins Spiel. Gerade, da die Informationen in WMS in digitalisierter Form vorliegen, bietet es sich an die Informationen entsprechend für das e-Learning aufzubereiten. Aufbereitet und multimedial ergänzt kann das Wissen dann allen im Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Diese können dann, üblicherweise im Selbststudium, den Wissensstand via des Lernsystems verbessern. Eine gute Möglichkeit die Mitarbeiter zu unterstützen und in manchen Themengebieten auf “Mindest-Wissens-Niveaus” zu bringen, insbesondere dann, wenn es sich um Projektteams handelt, die nicht an einem gemeinsamen Standort arbeiten. Der Unterschied zum reinen WMS ist hier, dass WMSs normal nach dem Pull-Prinzip verwendet werden, das heißt, der Mitarbeiter hat ein Problem und sucht im Idealfall im WMS ob denn das gleiche Problem schon einmal aufgetreten ist, gelöst wurde und der Work-Around im WMS abgelegt wurde. E-Learning dagegen basiert eher auf dem Push-Prinzip. Denkbar wäre z.B., dass bestimmte Themen als Basics festgelegt werden und diese dann dem Mitarbeiter per e-Learning vermittelt werden. Auf diese Weise könnten Probleme, die antizipiert werden können (weil klar ist, dass jeder neue Mitarbeiter sie durchlebt), vermieden werden. Natürlich wäre dies auch durch Schulungen realisierbar, doch diese dürften im Einzelfall deutlich teurer sein, als den Mitarbeiter zu 5 Stunden e-Learning pro Woche zu verpflichten. Was muss man sich drunter vorstellen? E-Learning ist in sehr vielen Formen denkbar. So können Inhalte per Video hinterlegt werden, es können Wikis geführt werden mit entsprechend aufbereiteten Inhalten und Bildern, Schulungen können via Video-Konferenz abgehalten, Gesprochenes via PodCast verbreitet werden oder eine Mischung aus alldem. Der Mitarbeiter sitzt an seinem PC, dank Internet egal wo, und bildet sich fort. Dabei muss er aber nicht alleine sein! Ganz nach dem Web2.0-Credo wird das e-Learning oft durch interne Wissens-Communities, so genannte “Communities of Practice”, unterstützt, in denen Fachleute sich austauschen können, Beiträge kommentiert und Fragen gestellt werden können. Auf diese Weise treten die Mitarbeiter in einen Dialog mit dem Unternehmen und Experten und erleben eine ganz andere Lernerfahrung als durch das Buch aus der Bibliothek. Das Wissen wird greifbarer, interessanter und wenn doch Fragen aufkommen sucht man nicht das nächste Buch, das die Thematik verständlicher erklärt sondern tritt in einen Dialog mit anderen. Das führt dazu, dass die Mitarbeiter meist deutlich motivierter sind und sich wohler fühlen ... und zufriedene Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter. E-Learning bringt also einige gewichtige Vorteile mit sich. Auf elearning-zentrum.de findet sich eine Liste von Vorteilen des e-Learnings, die zeigt, warum e-Learning ein sehr ernstzunehmendes Instrument darstellt um Mitarbeiter weiterzubilden. Ein paar dieser Vorteile stechen besonders ins Auge und verdeutlichen, warum e-Learning in Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt, unter anderem: - multimedial präsentierte Inhalte werden häufig besser aufgenommen als nur gelesene - das Wissen vielen Leuten zugänglich zu machen wird deutlich erleichtert gegenüber “herkömmlichen” Methoden - die Mitarbeiter können gemeinsam lernen - die Lerninhalte lassen sich schnell ändern oder kombinieren - zeitliche und örtliche Unabhängigkeit - e-Learning kann kostengünstiger realisiert werden als Schulungen Verbreitung Diese Vorteile und auch eine verhältnismäßig einfache Implementierung von e-Learning-Portalen sind der Grund, warum e-Learning immer mehr an Bedeutung gewinnt. Zwar sind Präsenzschulungen laut einer Studie von COGNOS im Jahre 2001, die beliebteste Lernform, dies sei aber laut der Studie sehr stark auf nicht vorhandenes Wissen der Mitarbeiter über e-Learning zurückzuführen. Eine andere Studie aus dem Jahr 2003 zeigt, dass damals in Irland bereits 44% der Unternehmen in irgendeiner Form e-Learning einsetzten, obgleich die Effektivität dieser Maßnahmen geringer eingeschätzt wurde als die klassischer Methoden: Sehr stark hängt der Anteil der Unternehmen, die e-Learning einsetzen, dabei von der Unternehmensgröße ab, wie eine Studie des MMB im Jahr 2006 in Deutschland belegt. Hatten insgesamt nur 20% der KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) angegeben, dass sie e-Learning nutzen, beantworteten 41% der Unternehmen über 1000 Mitarbeiter diese Frage mit ja. Dies hängt wohl in erster Linie damit zusammen, dass größere Unternehmen meist mehr als einen Standort haben (17% der Unternehmen mit einem Standort aber 41% der Unternehmen mit mehr als fünf Standorten nutzen e-Learning). Was lernen wir daraus? Der Trend scheint dahin zu gehen, dass der Einsatz von e-Learning zunehmen wird. Dennoch ist e-Learning nie ein vollständiger Ersatz für Präsenzstudien sondern muss vielmehr als eine sinnvolle Ergänzung gesehen werden. Es sind zwar durchaus Thematiken denkbar die allein durch e-Learning vermittelt werden können - insbesondere im IT-Bereich - dennoch ist es unwahrscheinlich, dass traditionelle Formen der Schulung verdrängt werden. Die Vorteile des e-Learnings sollten jedoch nicht unterschätzt werden und auch für KMU lohnt sich ein Befassen mit dem Thema sicherlich. Semantic Web - erste SchritteBy Cornelius Scholz Vor kurzem wurde hier die Zukunft des Internets behandelt und in diesem Zuge auch das Semantic Web. Seit kurzer Zeit tauchen immer mehr Versuche auf, eine Struktur zu schaffen, die einem semantischen Web gleicht. Z.B. das “Spiel” von Google bei dem es um das Labeln von Bildern geht ist ein Ansatz einem für Maschinen sinnlosen Haufen Pixel eine Bedeutung zu verleihen, eine Beschreibung die maschinenlesbar und -verarbeitbar ist.Auch Twine ist eine Seite, die sich bemüht semantische Technologien umzusetzen. Die Seite biete eine Mischung aus sozialem Networking, Wikis, Blogging und einem Knowledge Management System. Ziel ist es Informationen und Wissen zu verknüpfen und untereinander zu teilen, ähnlich Wikipedia, nur mit dem Unterschied, dass alles per “semantischen Links” verknüpft ist. Es soll möglich sein Informationen ins Wiki zu schreiben, zu mailen oder als Objekt einzufügen. Aus den gesammelten Informationen und den Leuten, die sie gesammelt haben, wird dann ein “Semantic Graph” (in Anlehnung an den Social Graph von Facebook) generiert, der die Zusammenhänge abbildet. So wird es möglich sein genau zu sehen wer was beigetragen hat, wie es zusammenhängt und wer ähnliche Expertisen hat. Der reinen Information wird eine zusätzliche Ebene hinzugefügt und Twine soll in der Lage sein zu lernen, was jemanden interessiert und diese Sachen taggen können. Leider ist die Seite noch in der Betaphase. Das Web fängt an zu krabbeln. Nurnoch eine Frage der Zeit, bis es Sprechen und Assoziieren lernt.
Geschrieben am Donnerstag, 25. Oktober 2007
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Tags für diesen Artikel: blogs, community, google, kollaboration, meta, sematic web, sematisches web
Web 2.0 im Unternehmen - wird das Modell “Unternehmen 2.0” erfolgreich sein?By Cornelius Scholz![]() Was sagen die Manager? Eine Umfrage der Economist Intelligence Unit (EIU) unter 406 Führungskräften weltweit zeigt, dass das Schlagwort Web 2.0 durchaus mit positiven Erwartungen verbunden wird. Knapp 80% rechnen mit Umsatzwachstum und immerhin 30% gehen von Kostenreduktionen aus, etwa im Bereich Kundendienst oder Werbung. 41% der Top-Manager gehen sogar davon aus, dass Web 2.0 ihr Geschäftsmodell beeinflussen wird. Die erwarteten Vorteile werden dabei überwiegend auf eine Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten im Unternehmen und aus dem Unternehmen heraus zurückgeführt. So führen viele der Firmen bereits Blogs und Wikis um die Kommunikation intern und extern zu fördern und betonen die Interaktion mit Kunden, Mitarbeitern und Partnern (siehe z.B. Alexander Klein - Weblogs im unternehmerischen Umfeld, S. 21ff.). John M. Lervik, CEO bei FAST, geht sogar so weit zu sagen, dass Unternehmen, die den Einstieg ins Web2.0-Zeitalter verpassen, nicht überlebensfähig sein werden und auch A.T. Kearney ist der Meinung, dass die Unternehmen auf den Zug aufspringen müssen um der neuen Macht der Kunden die Stirn bieten zu können bzw. sich die Macht der Kunden zu Nutze zu machen. As Is vs. Could Be Die verbesserten Kommunikations-Möglichkeiten können dafür sorgen, dass die Zusammenarbeit floriert, ein Effekt, der im Internet allgemein bereits zu erkennen ist und jetzt nur noch auf Unternehmen übertragen werden muss. Durch die Einführung von Weblogs, Wikis und Social Services kann eine ganz neue Form des Wissensmanagements, der Kommunikation und der Zusammenarbeit erreicht werden, was die Unternehmen wettbewerbsfähiger machen würde. Die bisherige Form der Kommunikation, die E-Mail, hat die entscheidenden Nachteile, dass die Information versendet wird, aber eben auch nur an die, die im Adressfeld auftauchen. Dort landet sie in der Mailbox und verschwindet gerne auf immer und ewig. Die neue Richtung wäre nun das Wissen zentral zu sammeln und der Informationssuchende die Infos erlangen kann, die er braucht und wann er sie braucht, sei es durch aktive Suche oder durch Feeds. So wird sichergestellt, dass die Informationen nicht auf den Rechnern der Mitarbeiter verschütt gehen sondern weiterhin Wert besitzen. Schöner Nebeneffekt des zentralen Wissensmanagements ist, dass sich durch die zentrale Speicherung Möglichkeiten ergeben, das Wissen auch für Mitarbeiter-Weiterbildungen (eLearning) zu nutzen. Die Zusammenarbeit dagegen kann durch leistungsfähige Workflow- oder Workgroupsysteme verbessert werden. Die Dokumente liegen hier wiederum zentral und können von jedem berechtigten Mitarbeiter eingesehen und bearbeitet werden, von jedem Standort aus zu jeder Zeit. Ausgeklügelte Konzepte nutzen hier z.B. die Zeitverschiebung, so dass zu jedem Zeitpunkt weltweit verteilte Leute an dem Projekt arbeiten. Auch Versionierung und paralleles Arbeiten am gleichen Dokument sind Features die längst zuverlässig funktionieren und enorme Vorteile mit sich bringen. Eine interessante Ausprägung der Kollaboration ermöglicht es z.B. Präsentationen zu halten, denen die Zuhörer trotz räumlicher Distanz am Bildschirm folgen können und sogar Möglichkeiten haben wie z.B. in das Dokument zu schreiben. Eine mächtige Möglichkeit für Unternehmen besteht auch darin, den Kunden quasi als Mitarbeiter einzubinden. So kann der Kunde schon früh in den Produktentwicklungsprozess involviert werden, um die Wahrscheinlichkeit für das Scheitern der Produkte wegen Nicht-Akzeptanz auf ein Minimum zu reduzieren, und auch Supportsites und User-Help-User-Sites bieten viel Kosteneinsparungspotential. Schöner Nebeneffekt: Durch das involvieren der Kunden entsteht eine zusätzliche Kundenbindung. Der Kunde fühlt sich erhört und respektiert. Risiken und Nebenwirkungen Neben den Glanzseiten kommen aber auch Probleme auf die Unternehmen durch die Nutzung von Web 2.0 zu. So entstehen hohe Risiken durch das Besuchen von “externen” Web 2.0 Seiten durch Mitarbeiter wie Facebook auf die Unternehmen zu (Stichwort Hacking / Preisgeben von Informationen), oder auch durch die unausgereifte Einführung von internen Systemen. Das führt dazu, dass der CIO viel zu tun haben wird hinsichtlich der Sicherheit der IT. Abgesehen von diesen Aspekten ist auch die Einrichtung und Etablierung der Systeme selbst recht aufwendig. Die Vergabe von Rechten etwa, das Festlegen von Standards und Richtlinien oder das Einlernen und die möglicherweise nicht vorhandene Akzeptanz bei Mitarbeitern bilden weitere Hürden, die nicht ganz einfach zu meistern sind. Kulturelle Unterschiede - hinken wir mal wieder hinterher? Während in den USA Web 2.0 in den Unternehmen bereits weit verbreitet und akzeptiert ([1], [2]) ist zögern die Firmen hier noch ein wenig. Ein Grund dafür könnte sein, dass keiner so recht weiß wie lohnenswert Investitionen in Web 2.0 überhaupt sind. Niemand kann so recht sagen wie hoch der ROI eines Web2.0-Investments ist und damit bestehen solche Investitionsprojekte nur schwer den vergleich mit Projekten, die z.B. Vorgänge automatisieren. Ein weiterer Grund mag auch das Fehlen eines reifen Businessmodels sein, was viele Manager von Investitionen in öffentliche internetbasierte Systeme abhält. So denken manche vielleicht über das Web 2.0 als neue Form der internen Kommunikation und Kollaboration nach, vermeiden aber das Involvieren von Kunden und das Öffnen nach außen. Das aber genau das Nutzen der “Kundenmacht” ein Schlüssel zum Erfolg sein könnte übersehen viele. Zu guter letzt bleibt noch die schlicht festgefahrene Organisationskultur. Nach dem Motto “never change a running system” werden Eingriffe schlicht vermieden. Fazit Insgesamt bleibt zu hoffen, dass dieses mal auch wir in der Lage sind rechtzeitig auf den Zug aufzuspringen, denn eine Umfrage von McKinsey hat gezeigt, dass die frühen Einsteiger tendenziell zufriedener sind. Die Vorteile und Trends sollten genutzt werden und die Risiken schnell eingedämmt, sonst wird unsere Wirtschaft wieder einmal Wettbewerbsfähigkeit einbüßen und einen schweren Start haben, wenn die Nutzung von Web 2.0 im Unternehmen einmal unvermeidlich sein wird.
Geschrieben am Montag, 27. August 2007
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08:40
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